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Monatsbericht der Bundesbank : Zombie-Unternehmen sind kein deutsches Problem

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Kurz vor Weihnachten füllen sich die Kassen. Die Bundesbank sieht die Zukunft der deutschen Wirtschaft zuversichtlich. Bild: dpa

Die Gewinne deutscher Unternehmen entwickeln sich prächtig. Und auch die anderen Indikatoren stimmen die Bundesbank-Analysten zuversichtlich: Zombie-Unternehmen gibt es kaum. Die Eigenkapitalquote festigt sich.

          Die Ertragslage der meisten deutschen Unternehmen ist nach Einschätzung der Bundesbank hervorragend. Im Jahr 2016 konnten die Unternehmen ihre Gewinne nochmals verbessern, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. 2016 habe die Umsatzrendite vor Steuern mit 4,7 Prozent einen Höchstwert seit der Rezession 2008/2009 erreicht.

          Die Eigenkapitalquote habe sich insgesamt weiter gefestigt; Dienstleistungsunternehmen steigerten sie auf 35 Prozent. In der Industrie stagnierte die Quote bei knapp 27 Prozent. Die Energiekonzerne fielen weiter zurück.

          Sogenannte Zombie-Unternehmen gebe es in Deutschland nur wenige, schreibt die Bundesbank in einem gesonderten Aufsatz. Als Zombie-Unternehmen werden nach Definition der Notenbank „diejenigen Unternehmen klassifiziert, die nicht aus dem Markt ausscheiden, obwohl ihre Einnahmen aus dem operativen Geschäft mittelfristig zu gering sind, um wichtige Aufwandspositionen finanzieren zu können“. Nach unterschiedlichen Definitionen gebe es rund 5 oder 2,2 Prozent eigentlich nicht lebensfähige Unternehmen in Deutschland, berechnet die Bundesbank.

          Der Anteil sei auch im Niedrigzinsumfeld nicht gestiegen. Vor kurzem hat die Industriestaatenorganisation OECD gewarnt, dass der Anteil der Zombie-Unternehmen in Europa, vor allem in Südeuropa, deutlich gestiegen sei. Sie kommt auf deutlich höhere Anteile.

          Die wenig produktiven Unternehmen, die nur Dank niedriger Zinsen und verlängerter Kredite überleben, belasten die wirtschaftliche Dynamik, weil sie Ressourcen und Personal binden.

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