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Nicht nur Make-up und Games : Als Youtuber auf einmal politischen Einfluss bekamen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Youtube ist erwachsen geworden. Mit einem Mal wird auf der Videoplattform über die Fragen unserer Zeit verhandelt. Wer diskutiert da? Wer weicht auf andere Orte aus? Und warum? Eine Recherche.

          8 Min.

          Hannes Wittmer verschenkt seine Musik neuerdings. Irgendwann hat er sich im professionellen Musikbetrieb klargemacht, dass keine Konzerne mehr mitverdienen sollten, wenn jemand seine Musik mag. Kein Spotify, kein Label, kein Google, kein Amazon. Der Würzburger Singer-Songwriter, der unter dem Pseudonym Spaceman Spiff bekannt wurde, will sich der Wachstumslogik der Musikindustrie entziehen. Er glaubt, dass diese Dynamik schlecht für seine Kunst ist. Er will singen, wenn er etwas zu sagen hat, ein Video aufnehmen, wenn ein Video passt, und er will seinen Erfolg nicht davon abhängig machen, ob sich eine Platte mehr verkauft als die Vorgängerin. Wittmer tritt nicht an als David gegen Goliath, die globalen Konzerne, er sucht nach positiven Alternativen – „Ich versuche Musiker zu sein, ohne Musik kommerziell verwertbar zu machen“, sagt er.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Alycia Marie verschenkt ihre Inhalte auch irgendwie. Sie spielt Gitarre, singt und gibt auf Youtube Tipps für ziemlich aufwendige Make-ups. Knapp 740.000 Abonnenten hat die Baden-Badenerin auf ihrem Schminkkanal, mehr als 260.000 Nutzer haben ihren Musikkanal abonniert. Anders als Wittmer singt sie fremde Lieder von Musikern, die ihr gefallen. Anders als viele Youtube-Stars schreibt sie aber auch ihre eigenen Stücke. Der Videokanal hat aus einer unauffälligen Jugendlichen eine veritable Künstlerin gemacht, deren neue selbstkomponierte Pop-Single „Thunder“ demnächst erscheint. „Youtube ist meine Plattform. Ich war 14, als ich mein erstes Musikvideo online gestellt habe. Ich bleibe noch eine Weile“, sagt sie.

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