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Bürgermeisterwahl Rom : Neuanfang in der Ewigen Stadt

Stadt des Mülls: In Rom dringen sogar Wildschweine in Wohngebiete vor, angelockt vom sich stapelnden Abfall. Bild: AP

Der neue Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri, steht vor einer Mammutaufgabe. Denn die Stadt hat nicht nur ein Müllproblem, sondern auch brennende Busse und zeitraubende Staus.

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          Der Mann hinter der Bar an der Viale Aventino zuckt mit den Schultern. „Ja sicher, wir bekommen einen neuen Bürgermeister, doch ich warte ab, was er zustande bringt. Schöne Versprechungen machen können die ja alle“, sagt er und sammelt die Espressotassen ein. Am Dienstag sind die Römer mit einem neuen Mann an der Spitze der Stadtverwaltung aufgewacht. Roberto Gualtieri, ein ehemaliger Finanzminister Italiens aus dem Mitte-links-Lager, hat sich am Vortag in der kommunalen Stichwahl mit mehr als 60 Prozent gegen seinen bürgerlich-konservativen Widersacher Enrico Michetti durchgesetzt. Gualtieri, der vor Kurzem in Brüssel noch den EU-Rettungsplan mit Italien als größtem Empfänger ausgehandelt hat, muss sich nun als Manager der Ewigen Stadt bewähren.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Rom hat es in sich. Die Vorgängerin Virginia Raggi aus der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung ist krachend gescheitert. Sie kombinierte in den Augen der Römer oft Unerfahrenheit mit Ungeschicktheit und Unfähigkeit; nur 19 Prozent der Stimmen waren die Quittung. Doch die Probleme der Stadt gehen nicht nur auf ihre fünfjährige Amtszeit zurück. Ein Journalist, der in einer früheren Stadtverwaltung Pressesprecher war, berichtet: „Rom ist schwer zu regieren. Viele mächtige Interessengruppen, bis hin zum Vatikan, arbeiten oft gegeneinander.“

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