https://www.faz.net/-gqe-a84vg

Wegen Corona : Bierabsatz sinkt 2020 auf Rekordtief

  • Aktualisiert am

Der Bierabsatz in Deutschland ist deutlich gesunken. Bild: Picture-Alliance

Noch nie wurde so wenig Bier getrunken wie im Jahr 2020: Besonders die Schließungen in den Monaten April und Mai haben der Branche weh getan. Einziger Lichtblick sind Biermixgetränke.

          2 Min.

          Das Corona-Jahr hat der Bierbranche massive Einbußen eingebrockt. Die Brauereien und Bierlager in Deutschland setzten 2020 insgesamt 8,7 Milliarden Liter Bier ab und damit so wenig wie noch nie seit der Statistikumstellung 1993, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Zum Vorjahr war dies ein Rekordminus von 5,5 Prozent. „Die Situation der deutschen Brauwirtschaft ist dramatisch und in der Nachkriegszeit ohne Beispiel“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele.

          Die Krise sei „weitaus tiefer als die jüngsten Absatzzahlen auf den ersten Blick vielleicht vermuten lassen“. Laut Verbandsumfrage erlitten die Brauereien 2020 ein Umsatzminus von durchschnittlich 23 Prozent. „Der mehrmonatige Lockdown der Gastronomie, das Verbot von Veranstaltungen und der Kollaps wichtiger Auslandsmärkte hat die Brauwirtschaft schwer getroffen.“

          Mit den Lockdowns und dem dadurch ausgelösten Zusammenbruch des Fassbiermarktes hätten die Brauereien von einem Tag auf den anderen einen großen Teil ihrer wirtschaftlichen Basis verloren. Ware im Millionenwert musste vernichtet werden. „Je größer das Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft einer Brauerei, desto verheerender die finanziellen Verluste.“ Während einige Unternehmen, die ihre Biere überwiegend im Handel und nur wenig in der Gastronomie absetzten, deutlich besser durch die Krise kämen, beklagten andere Betriebe „massive und oftmals existenzbedrohende Umsatzeinbrüche, die in einzelnen Fällen bis zu 70 Prozent betragen“.

          Starker Rückgang vor allem im April und Mai

          Etwa 82,6 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren laut Statistikamt für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Hier sank der Absatz ebenfalls um 5,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Liter. Steuerfrei – als Exporte und kostenloser Haustrunk für Brauerei-Mitarbeiter – wurden 1,5 Milliarden Liter Bier abgesetzt und damit fast sechs Prozent weniger. Die Ausfuhren in EU-Staaten brachen um rund 13 Prozent ein, während die Exporte in Nicht-EU-Staaten um 3,7 Prozent zulegten.

          Geschlossene Bars und Restaurants, abgesagte Feste und sonstige Großveranstaltungen sorgten besonders im April (-17,3 Prozent) und Mai (-13,0 Prozent) für einen starken Rückgang beim Bierabsatz. In den Sommermonaten kam es den Statistikern zufolge aufgrund der gelockerten Beschränkungen zu einer leichten Erholung. „Die wieder verschärften Corona-Auflagen ab Herbst 2020 ließen den Bierabsatz im November jedoch erneut drastisch sinken“ - und zwar um gut 14 Prozent.

          Biermischungen mit Limonade, Cola oder Fruchtsäften machten 2020 fünf Prozent des Bierabsatzes aus. Hier gab es nur ein Minus von 2,9 Prozent. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Nicht-EU-Staaten eingeführte Bier nicht enthalten. Der Bierabsatz sinkt seit Jahren stetig. Seit 1993 gab es einen Rückgang um 2,5 Milliarden Liter oder 22,3 Prozent.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Arbeiten schon lange erfolgreich zusammen: der CDU-Vorsitzende Armin Laschet (links) und Nathanael Liminski (rechts)

          CDU-Vorsitzender : Laschets Vertraute

          Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident ist jetzt Bundesvorsitzender der CDU – und hat noch einiges vor. Auf wessen Rat hört er?
          Britische Zeitungen am Tag nach dem Interview.

          Harry und Meghan : Rassismus bei den Royals?

          Eine familiäre Seifenoper hat sich in eine kleine Staatsaffäre verwandelt. Wenn sich sogar Boris Johnson äußern muss, wurde tatsächlich eine „Atombombe gezündet“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.