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Netzausbau : Zu wenig Platz für die Energiewende?

  • -Aktualisiert am

Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister, unterhält sich mit demonstrierenden Bauern in Nordrhein-Westfalen, wo er im Rahmen einer Netzausbaureise unterwegs ist. Bild: dpa

Überall wehren sich Bauern gegen den Ausbau des Stromnetzes, es geht vor allem um finanzielle Entschädigungen und fehlende Flächen. Altmaier muss sich jetzt auf Kompromisssuche begeben – schon wieder.

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          Wo immer der Wirtschaftsminister auf seiner „Netzreise“ haltmacht, die Bauern sind schon da. In Sechtem bei Bonn halten sie Plakate hoch, im westfälischen Borken fangen Abgesandte des Landwirtschaftverbands Peter Altmaier (CDU) am Bus ab, im Emsland und Cloppenburg melden sich Vertreter des Landvolks zu Wort. Ihre Botschaft haben manche auf Pappe gemalt: „Land gibt’s nicht für lau!“ Die Landwirte wollen nicht nur mehr Geld. Sie sorgen sich auch darum, ob der Platz für Stromleitungen und Windräder reicht. „Am Ende ist die Fläche der Punkt, an dem die Energiewende scheitern kann, da hilft uns das beste Geld nicht mehr“, sagt Gitta Connemann. Die CDU-Abgeordnete aus dem Emsland ist Vizevorsitzende der Unionsfraktion.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          An vielen Orten fühlen sich Bürger übergangen, wehren sich und verzögern den Netzausbau. Deshalb sorgt sich Altmaier um das Gelingen der Energiewende. Denn der Ausbau geht zu langsam voran, um den vielen Windstrom aus dem Norden nach Süden zu transportieren. Von den 2009 definierten 1800 Ausbaukilometern für das Wechselstromnetz ist nicht einmal die Hälfte geschafft – dabei sollten die 2015 fertig sein. Die Planungen für Tausende Kilometer Gleichstromtrassen verzögern sich um Jahre.

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