https://www.faz.net/-gqe-9gfvn

Ifo-Chef : EU sollte Lage in Italien nicht unterschätzen

  • Aktualisiert am

Der Direktor des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt die EU vor den Folgen eines möglichen Saatsbankrotts Italiens. Bild: dpa

Die Gefahr eines Staatsbankrotts in Italien sei sehr real, sagt Ifo-Leiter Fuest. Die Folge könnten „schwerste Auseinandersetzungen in der Eurozone“ sein, denen die EU wenig entgegenzusetzen hätte.

          1 Min.

          Der Direktor des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung ifo, Clemens Fuest, sieht die Europäische Union für den Fall eines Staatsbankrotts Italiens schlecht gerüstet. Kein Land könne sich auf Dauer eine Staatsverschuldung von mehr als 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bei wirtschaftlicher Stagnation leisten, sagte der Präsident des ifo-Instituts in München dem Nachrichtenportal „T-Online“. Die Gefahr sei sehr real.

          „Das größte Risiko liegt kurzfristig in einer Kapitalmarktpanik, die schnell in einen Staatsbankrott führen kann“, sagte Fuest. Als Folge könne eine Finanzmarktkrise zu „schwersten Auseinandersetzungen in der Eurozone“ führen. Die Europäische Union hätte diesem Szenario wenig entgegenzusetzen.

          „Die Vorstellung, Brüssel könne europäische Regeln gegen den Willen einer nationalen Regierung durchsetzen, ist eine Illusion“, sagte Fuest. Brüssel müsse sich wappnen und weniger erpressbar machen. Die Risikopositionen gegenüber dem italienischen Staat müssten schnell abgebaut werden. „Sonst müssen wir im Krisenfall unsere Banken erneut mit Steuergeldern retten.“

          Die italienische Regierung und die EU-Kommission streiten über den geplanten Haushalt des Euro-Landes. Die neue Regierung plant ein höheres Defizit als die Vorgängerregierung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bislang dürfen nur Ärzte impfen.

          Ärzte sauer : Koalition will Apothekern das Impfen erlauben

          Bislang dürfen nur Ärzte ihre Patienten impfen. Die große Koalition will das ändern. Bei der Grippeschutzimpfung sollen bald auch Apotheker die Nadel setzen können – Mediziner sind erbost.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.