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Plan der Länder : Verdi-Chef gegen Abschaffung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte

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Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke warnt vor einer „Impfpflicht durch die Hintertür“. Bild: dpa

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft, Frank Werneke, warnt vor einer „Impfpflicht durch die Hintertür“. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hält dagegen: Nichtimpfen sei unsolidarisch und gehöre bestraft.

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           Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat das Vorhaben vieler Bundesländer kritisiert, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne zu beenden. Aus Sicht der Gewerkschaft sei es falsch, zu versuchen, eine „Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Frank Werneke den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Politik steht im Wort, dass Impfen freiwillig bleiben soll.“

          Die von Arbeitgeberverbänden und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgelöste Debatte zur Streichung des Entgeltersatzes sei kontraproduktiv, sagte der Gewerkschaftschef den Blättern. Diese verlagere die Konflikte in Betriebe und Belegschaften und sorge für Verunsicherung.

          „Keine Entschädigung von der Solidargemeinschaft“

          Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften leisteten laut Werneke seit Monaten einen aktiven Anteil daran, das Impftempo in Deutschland zu beschleunigen. „Arbeitgeber sind nun gefordert, nachdrücklich für Impfungen zu werben und sie in der Arbeitszeit zu ermöglichen“, forderte Werneke.

          Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek betonte hingegen seine Forderung nach einer bundeseinheitlichen Aussetzung der Lohnersatzleistungen. „Klar ist: Jeder darf sich impfen lassen, niemand muss“, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Wer sich aber bewusst gegen eine Impfung entscheide, obwohl medizinisch nichts dagegen spreche, handle unsolidarisch. Dann könne er von der Solidargemeinschaft auch keine Entschädigung verlangen.

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