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Kammergericht zieht Grenze : Meinungsfreiheit auch für Influencer

  • -Aktualisiert am

Influencerin Bianca „Bibi“ Claßen: Meint oder wirbt sie? Bild: dpa

Subtile Werbung verpackt in Youtube-Videos und Instagram-Postings haben in den vergangen Monaten zu vielen Klagen geführt. Das Kammergericht hat über die Grenze zwischen Berichterstattung und Werbung entschieden.

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          Bei der Werbung setzt die Industrie auf Social Media. Influencer verdienen gutes Geld damit, Mode, Kosmetik, Reisen, Hotels und Restaurants bei ihren Fangemeinden bekanntzumachen. Je subtiler die Werbung, desto besser deren Wirkung. Dies ruft vermehrt Wettbewerbshüter auf den Plan, die die Einhaltung der gesetzlichen Kennzeichnungspflichten einfordern. Ein Wettbewerbsverband verklagte die Berliner Bloggerin Vreni Frost. Es ging um mehrere Postings auf ihrem Instagram-Account. Das Berliner Kammergericht nahm diesen Fall zum Anlass, sich sehr ausführlich mit den Werberegeln zu befassen, die für eine Influencerin gelten (Az.: 5 U 83/18).

          Vreni Frost ist keine typische Influencerin. Sie betreibt einen erfolgreichen Modeblog, ist aber schon lange kein Teenager mehr. Bei Instagram hat sie 60.000 Follower. Kein Vergleich mit den 17-jährigen Stuttgarter Zwillingen Lisa und Lena M., die mit mehr als 14 Millionen Instagram-Abonnenten die erfolgreichsten deutschen Influencerinnen sein dürften. Je mehr „Reichweite“ ein Influencer hat, desto interessanter wird er als „Markenbotschafter“, Meinungsmacher und Werbeträger. Für Produktplazierungen, für Verlinkungen und Belobigungen zahlen Unternehmen gutes Geld. So manche Influencerin ist zur Millionärin geworden.

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