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Risikoforscher im Interview : „Die meisten sterben nicht an den Dingen, über die sie besorgt sind“

„Bauern werden schon als Giftspritzer beschimpft, wenn sie mit ihren Pflanzenschutzgeräten am Traktor vom Hof fahren“, sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. Bild: dpa

Der Risikoforscher Andreas Hensel spricht über die gesellschaftlich aufgeheizte Debatte über Glyphosat, die unbegründete Angst der Menschen vor „Chemie“ im Essen und erklärt, warum Bio-Lebensmittel nicht gesünder sind.

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          Herr Hensel, der Streit um Glyphosat und die weitere Genehmigung des umstrittenen Unkrautvernichters lief erbittert. Ursprünglich wäre am 15. Dezember die Genehmigung ausgelaufen. Nun ist der Wirkstoff für weitere zehn Jahre genehmigt. Ein Erfolg für die Wissenschaft?

          Anne Kokenbrink
          Redakteurin in der Wirtschaft

          Eher ein Trauerspiel. Die Diskussion über Glyphosat hat schon vor zehn Jahren den Boden der Wissenschaft verlassen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der Wirkstoff Glyphosat ist zu einem Symbol für die Herausforderungen der sogenannten Agrarindustrie mutiert, denn glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel stellen weltweit die meist verkauften Herbizide dar. Da zudem gentechnisch veränderte Pflanzen gegen Glyphosat tolerant gemacht worden sind, wird, allerdings nicht in Deutschland, Glyphosat als Totalherbizid in der Landwirtschaft gegen unerwünschte Pflanzen eingesetzt, ohne die Nutzpflanze zu schädigen. Glyphosat ist die Projektionsfläche für die klassische Landwirtschaft mit ihren chemisch synthetisierten Wirkstoffen, die einige Menschen so nicht mehr wollen.

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