https://www.faz.net/-gqe-9goyf

Russisches Gas für Deutschland : Amerika will Nord Stream 2 stoppen

  • Aktualisiert am

An Bord eines Verlegeschiffes werden Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2 verschweißt. Etwa 250 Kilometer wurden bereits verlegt. Bild: dpa

Hunderte Kilometer der Pipeline liegen bereits in der Ostsee, doch Außenminister Pompeo verspricht der Ukraine: Amerika wolle das Projekt verhindern und russischen Einfluss begrenzen.

          Amerikas Außenminister Mike Pompeo hat der Ukraine zugesichert, sich der Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland entgegenzustellen. „Wir werden weiter zusammen daran arbeiten, das Projekt Nord Stream 2 zu stoppen“, sagte Pompeo am Freitag bei einem Treffen mit dem ukrainischen Außenminister Pawlo Klimkin in Washington.

          Pompeo kritisierte die geplante Pipeline, weil sie „die wirtschaftliche und strategische Sicherheit der Ukraine untergräbt und das Risiko birgt, die Souveränität der europäischen Länder, die von russischem Gas abhängig sind, weiter zu gefährden“.

          „Sowjetische Ketten abgeschüttelt“

          „Wir wollen nicht, dass unsere europäischen Freunde zur Beute werden von dieser Art von politischer und wirtschaftlicher Manipulation, die Russland in der Ukraine versucht hat, seit diese ihre sowjetischen Ketten abgeschüttelt hat“, fügte Pompeo hinzu.

          Zugleich versicherte er Klimkin, dass die Vereinigten Staaten niemals die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland akzeptieren würden. Seine Regierung werde „weiter Konsequenzen ziehen“, bis Moskau die Kontrolle über die Krim abgebe, fügte Pompeo mit Blick auf Sanktionen gegen Russland hinzu.

          Die Gaspipeline Nord Stream 2 soll ab Ende 2019 russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Auf diese Weise wird ein Transit durch die Ukraine umgangen.

          Außer von der Ukraine wird das Projekt unter der Federführung des russischen Staatskonzerns Gazprom auch von anderen osteuropäischen Ländern kritisiert, darunter Polen. Die Bundesregierung verteidigt den Bau hingegen als Beitrag zur Energiesicherheit und wird darin von Frankreich und Österreich unterstützt. Auf der 1230 Kilometer langen Strecke durch die Ostsee wurden bereits etwa 250 Kilometer der zwei Stränge der Pipeline verlegt.

          Der Verlauf der beiden Ostsee-Pipelines Nord Stream und Nord Stream 2 (in Bau).

          Der amerikanische Kongress hat mit einem Gesetz bereits den Weg dafür frei gemacht, die Investoren von Nord Stream 2 mit Sanktionen zu belegen. Die endgültige Entscheidung darüber obliegt Präsident Donald Trump.

          Dieser hatte im September in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte kritisiert, Deutschland werde „total abhängig von russischer Energie werden, wenn es nicht sofort seinen Kurs ändert“. Andererseits war er bei seinem Gipfeltreffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin im Juli in Helsinki versöhnlich aufgetreten.

          Ihr wöchentlicher Wissensvorsprung
          Ihr wöchentlicher Wissensvorsprung

          Kompakt. Fundiert. Hintergründig. Jeden Freitag. Auch Digital.

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Wie China zur Industrie-Supermacht werden will Video-Seite öffnen

          Asien in Zahlen – Teil 3 : Wie China zur Industrie-Supermacht werden will

          China will zu den stärksten Wirtschaftsmächten der Welt aufschließen. Die Regierung hat deshalb einen ambitionierten Plan aufgelegt, der das Land auch technologisch an die Spitze bringen soll. Im Rest der Welt ist „Made in China 2025“ umstritten.

          Neues Angebot für die Deutsche Bahn Video-Seite öffnen

          Im Tarifstreit : Neues Angebot für die Deutsche Bahn

          Nach dem bundesweiten Streik zu Wochenbeginn ringen die Deutsche Bahn und die Gewerkschaften weiter um eine Einigung im Tarifstreit für die 160.000 Beschäftigten. Nun soll ein neues, verbessertes Angebot vorgelegt werden.

          Topmeldungen

          Die EU verlangt von Theresa May präzise Aussagen und schickt sie mit unverbindlichen Zusagen nach London zurück.

          Brexit-Verhandlungen : „Wir müssen jetzt wissen, was London will“

          Die britische Regierungschefin verärgert ihre EU-Kollegen mit unklaren Aussagen. Diese fordern nun Präzisierungen und schicken May mit unverbindlichen Zusagen nach Hause. Juncker will die EU verstärkt auf einen Brexit ohne Abkommen vorbereiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.