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„Lohnwachstum voranbringen“ : Ökonom Bofinger für höheren Mindestlohn

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Peter Bofinger Bild: dpa

Der Ökonom Peter Bofinger hat sich für einen höheren Mindestlohn ausgesprochen. In Deutschland gebe es einen deutlichen Spielraum, um den Mindestlohn stärker zu erhöhen als bisher.

          Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht in Deutschland einen deutlich größeren Spielraum für höhere Mindestlöhne. „In Deutschland hätten wir den Mindestlohn deutlich stärker anheben können, einfach um auch insgesamt bei uns das Lohnwachstum noch stärker voranzubringen“, sagte der Ökonom am Samstag im Deutschlandfunk. „Da ist einfach mehr Luft drin.“

          Die zweimalige Erhöhung um jeweils 2 Prozent bis 2020 zu wenig, sagte Bofinger. „Das ist gerade mal die Inflationsrate.“ Von Land zu Land müsse die Thematik aber sehr differenziert angehen. In Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit sei es gefährlich, „wenn man jetzt da große Anhebungen macht und damit die Problematik eher noch verschlechtert“.

          Aktuell beträgt die gesetzliche Lohnuntergrenze 8,84 Euro pro Stunde. Im Januar steigt sie um 35 Cent auf 9,19 Euro brutto. Bis 2020 soll sich der Mindestlohn dann auf 9,35 Euro pro Stunde belaufen.

          Die gesetzliche Lohnuntergrenze wird alle zwei Jahre neu festgelegt. Der Mindestlohn war Anfang 2015 nach langen Auseinandersetzungen auf Drängen der SPD eingeführt worden und hatte zunächst 8,50 Euro pro Stunde betragen.

           Bofinger forderte außerdem mehr Investitionen. Für die meisten Beobachter sei nicht verständlich, warum Deutschland seine finanziellen Möglichkeiten für Investitionen - wie beispielsweise in die Bildung - nicht nutze und sich an die schwarze Null klammere.

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