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Trotz Rekordmengen : Forstwirtschaft erleidet massive Gewinneinbrüche

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Pockau-Lengefeld: Dem Wald hier haben in den letzten Jahren nicht nur Trockenheit und Borkenkäfer, sondern auch mehrere Stürme schwer zugesetzt. Bild: ZB

Dürre, Sturm und Schädlinge haben die Menge des Schadholzes steigen lassen, das nur zu sehr geringen Preisen verkauft werden konnte. Dabei wurde 2019 eine Rekordmenge an Holz aus den Wäldern in Deutschland geholt.

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          Obwohl aus den deutschen Wäldern eine neue Rekordmenge Holz entnommen wurde, haben die forstwirtschaftlichen Betriebe im Jahr 2019 einen massiven Gewinneinbruch erlitten. Sie produzierten Waren und Dienstleistungen im Wert von 6,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag in der Waldgesamtrechnung berichtete. Im Jahr zuvor waren es noch 8,8 Milliarden Euro. Die Nettounternehmensgewinne gingen sogar um 61 Prozent auf noch 629 Millionen Euro zurück.

          Dürre, Sturm und Schädlinge wie der Borkenkäfer hatten die Menge des sogenannten Schadholzes steigen lassen, das nur zu sehr geringen Preisen vermarktet werden konnte. Das hohe Angebot führte zu sinkenden Preisen: 2018 rutschte der Rohholzpreis um 12 Prozent nach unten, 2019 dann um weitere 36 Prozent, wie die Statistiker mitteilten.

          2019 wurden insgesamt 93 Millionen Kubikmeter Holz aus den Wäldern in Deutschland geholt, ein neuer Höchstwert nach dem bisherigen Rekord von 90 Millionen Kubikmetern aus dem Jahr 2018. In den Jahren 2014 bis 2017 hatte der Durchschnitt demnach bei 81 Millionen Kubikmetern pro Jahr gelegen. Der gesunkene Preis führte auch dazu, dass der sogenannte stehende Holzvorrat stark an Wert verlor: Von Ende 2017 bis Ende 2019 waren es laut Statistik 44 Prozent.

          Deutschland ist nach Angaben der Bundesregierung eines der waldreichsten Länder Europas mit einem Waldflächenanteil von rund 32 Prozent. Bei 48 Prozent davon handle es sich um Privatwald, 19 Prozent der Fläche seien im Besitz von Kommunen. Auf mehr als der Hälfte der Waldfläche wachsen demnach Nadelbäume.

          Die Regierung hatte Mitte Juli den aktuellen Waldbericht vorgestellt, er umfasst den Zeitraum Oktober 2017 bis Mai 2021. Ende 2020 lag die geschädigte Waldfläche in Deutschland demnach bei insgesamt 277.000 Hektar – das ist etwas mehr als die Fläche des Saarlands.

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