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Steigender Leistungsdruck : Woran die Wachstumskritik krankt

In dem Wirtschaftssystem herrscht der Zwang zu einer immer weiter wachsenden Wirtschaftsleistung. Bild: dpa

Eine sich erwärmende Erde und steigender Leistungsdruck. Kritiker sehen die Ursache hierfür im „Wachstumszwang“ und sagen: So kann es nicht weitergehen. Kann es Wohlstand ohne Wachstum geben?

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          Die Einschläge kommen näher. Sollte es bis zum Jahr 2050 nicht gelingen, nur noch so viel CO2 auszustoßen wie auch gespeichert werden kann, ist das 1,5-Grad-Ziel nicht mehr zu schaffen. Davor warnt der Weltklimarat. Doch aktuelle Prognosen sehen ganz anders aus. Rohstoffverbrauch und CO2-Ausstoß verdoppeln sich in den kommenden vierzig Jahren, rechnet die Industriestaatenorganisation OECD vor.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.

          Eine andere Baustelle: Der materielle Wohlstand ist in Deutschland heute um ein Vielfaches höher als vor einem halben Jahrhundert. War ein eigener Fernseher in den frühen sechziger Jahren noch ein Luxusgut, hat heute jeder Teenager ein Smartphone in der Hosentasche, mit dem sich Tausende Sender und Serien abrufen lassen. Aber ist die Zufriedenheit der Menschen auch entsprechend in die Höhe geschossen? Die Deutschen sind laut Umfragen zwar ein zufriedenes Volk, zugleich leiden sie aber immer häufiger unter psychischen Erkrankungen. In den Jahren 2005 bis 2016 ist der Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit psychischen Krankheiten um 38 Prozent gestiegen, vor allem Depressionen werden häufiger, heißt es im aktuellen Barmer-Ärztereport. Die allgemeine Diagnose: Der steigende Leistungsdruck, sei es am Arbeitsplatz oder im Studium, macht die Menschen krank.

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