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Krankenversicherungen : Wie Spahn die „Zombie-Versicherten“ entsorgt

Keine Verschuldungsspirale: Spahn will dafür sorgen, dass „kleine“ Selbständige künftig nicht von hohen Kassenbeiträgen finanziell überfordert werden Bild: dpa

Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen stapeln sich unbezahlte Rechnungen. Der Grund: „Karteileichen“. Nun sagt Gesundheitsminister Jens Spahn den Zombie-Versicherten den Kampf an.

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          Unbezahlte Rechnungen sind ein Ärgernis. Das wird umso größer, je höher der offene Rechnungsbetrag ausfällt. In der gesetzlichen Krankenversicherung beläuft der sich inzwischen auf mehr als 8,2 Milliarden Euro. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will das Problem jetzt beheben. Er schlägt vor, einen großen Teil der Forderungen auszubuchen, so wie es jeder Kaufmann mit uneinbringlichen Forderungen machen würde. Doch für Orts- und Innungskassen birgt das eine Reihe unerwünschter Risiken und Nebenwirkungen. Vor allem für die AOK könnte die Änderung noch teuer werden.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Spahns Reform bezieht sich auf den größten Teil der Beitragsrückstände. Das sind jene 6,3 Milliarden Euro, die freiwillig Krankenversicherte – meist sind es „kleine“ Selbständige – den Kassen schulden. Der Betrag wächst samt 12 Prozent Strafzinsen jeden Monat um 120 Millionen Euro. Experten wissen allerdings, dass viele der Beitragsforderungen uneinbringlich sind, denn viele der Mitglieder sind gar nicht mehr im Land. Offen wird von „Karteileichen“ gesprochen.

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