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Korruption und Geldwäsche : Finanzkrimi im Baltikum

Wer ist hier korrupt? Ilmars Rimsevics, suspendierter Chef der lettischen Notenbank sieht sich als Opfer einer Verschwörung – sein Büro darf er nicht mehr betreten. Bild: Bloomberg

Lettische Banken haben milliardenschwere Geldwäschegeschäfte abgewickelt. Das Korruptionsrätsel um den Notenbankchef sorgt für Unsicherheit. Nun will die Regierung radikal aufräumen.

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          Eine prächtige Jugendstilfassade am Rande der Altstadt, üppige Blumen vor dem Haus. Im Eingangssaal huschen junge Mitarbeiterinnen über polierte Marmorböden. Auf den ersten Blick wirkt die ABLV-Bank wie eine feine Privatbank. Doch im Gebäude herrscht Trauer. Denn die einst drittgrößte lettische Bank hat soeben ihre „Selbstliquidation“ begonnen. Alles wird aufgelöst. Von einst fast tausend Mitarbeitern sind viele schon entlassen. „Bald werden es null sein“, sagt eine Empfangsdame, der Tränen in die Augen schießen.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der Zusammenbruch von ABLV hat die Schwachstellen des Bankensektors in Lettland offengelegt: Viel zu lange haben die lokalen Behörden eher großzügig darüber hinweggesehen, dass Riga als Drehscheibe für Geldwäsche missbraucht wurde. Lettland wollte „die Schweiz des Baltikums“ sein. In den neunziger Jahren baute es einen relativ großen Bankensektor auf. „Riga ist so die Finanzhauptstadt des Ostens geworden“, erklärt Morten Hansen, Professor an der Stockholm School of Economics in Riga.

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