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Konjunkturboom : „Made in Germany“ weltweit gefragt

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Die deutsche Wirtschaft boomt: Bauarbeiter auf einer Baustelle in Brandenburg (Archivbild) Bild: dpa

Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren und wächst so stark wie seit Jahren nicht mehr. Die Nachfrage nach deutschen Waren ist ungebrochen. Davon profitiert auch der deutsche Fiskus.

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          Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach Einschätzung von Volkswirten 2017 so stark gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Getragen wurde der kräftige Aufschwung demnach von der Kauflust der Verbraucher, gestiegenen Investitionen vieler Unternehmen und der starken Weltwirtschaft, die die Nachfrage nach „Made in Germany“ ankurbelt. Von dem Konjunkturboom dürfte auch der Fiskus profitieren: Die Steuereinnahmen sprudeln kräftig.

          Wie stark das BIP in Europas größter Volkswirtschaft im vergangenen Jahr zugelegt hat, gibt das Statistische Bundesamt um 10.00 Uhr in Berlin anhand vorläufiger Zahlen bekannt. Ökonomen bei Banken und deutsche Forschungsinstitute hatten zuletzt für 2017 ein Wachstum in der Größenordnung von 2,3 Prozent prognostiziert. Das wäre das stärkste Plus seit 2011.

          „Die deutsche Konjunktur läuft im Moment mehr als rund. Wir sind auf dem Weg in eine Hochkonjunktur, wie wir sie lange nicht hatten“, sagte Allianz-Volkswirt Rolf Schneider jüngst.

          Die Verbraucher sind in Konsumlaune, die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch günstig und Sparen wirft wegen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum noch etwas. Nach Angaben der GfK-Konsumforscher machen sich die wenigsten Menschen in Deutschland Sorgen um ihren Job. Das Vertrauen in die boomende Wirtschaft sei weiter hoch.

          Zugleich sorgt die kräftige Erholung der Weltwirtschaft für steigende Nachfrage nach Waren „Made in Germany“. Deutschlands Exporteure steuern 2017 auf das vierte Rekordjahr in Folge zu. In den ersten elf Monaten wurden Maschinen, Autos und andere Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro ausgeführt (plus 6,5 Prozent).

          Auch die Unternehmen in Deutschland investierten zuletzt mehr in Ausrüstungen wie in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge.

          Die Wiesbadener Statistiker informieren zudem über die Lage der öffentlichen Kassen, die von der starken Konjunktur und den anhaltend niedrigen Zinsen profitiert haben dürften. Nach Einschätzung von Volkswirten hat der deutsche Staat abermals mehr Geld eingenommen als ausgegeben. Ökonomen erwarten einen Überschuss bei Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen von ungefähr 1,1 Prozent des BIP. Ein wenn auch minimales Defizit hatte Deutschland zuletzt 2013 verbucht.

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