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Zur Erforschung von Leukämie : Keanu Reeves spendet 80 Millionen Dollar

Keanu Reeves bei der Premiere von „Matrix Ressurections“ am 18. Dezember 2021 in San Francisco Bild: AP

Der Hollywood-Star hat viel Geld mit den Matrix-Filmen verdient. 70 Prozent der Einnahmen soll er der Krebsforschung gespendet haben. Sein Engagement kommt nicht von ungefähr.

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          Neo und Trinity sind zurück auf der Leinwand. Seit zwei Wochen läuft „Matrix Resurrections“ in deutschen und amerikanischen Kinos. Es ist der vierte Teil der Matrix-Saga mit Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss in den Hauptrollen. Doch so bekannt der kanadische Schauspieler für seine Darstellung des Matrix-Hauptcharakters ist, sein Engagement für die Krebsforschung ist es weitaus weniger. 70 Prozent der Einnahmen, die er mit den ersten drei Matrix-Filmen verdient hat, gingen laut Medienberichten in die Erforschung von Leukämie, immerhin 80 Millionen Dollar.

          Othmara Glas
          Volontärin

          Seine Spendenbereitschaft kommt nicht von ungefähr. 1991 erkrankte seine jüngere Schwester Kim an Leukämie. Zehn Jahre lang kämpfte sie gegen den Krebs, bis eine Verbesserung einsetzte. Reeves soll seine Schwester während dieser Zeit so sehr unterstützt haben, dass sich dadurch sogar die Dreharbeiten für den 1999 erschienenen ersten Matrix-Film verzögerten.

          Der 1964 geborene Reeves begann schon während seiner Schulzeit mit der Schauspielerei. Seinen Durchbruch in Hollywood hatte er im Alter von 25 Jahren mit der Rolle des trotteligen Teenagers Ted in „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“. Es folgten eine Hauptrolle in dem Actionfilm „Speed“ und Gagen in Millionenhöhe.

          Eine fünfzehnprozentige Gewinnbeteiligung

          Für seinen ersten Einsatz als Hacker Neo erhielt Reeves zehn Millionen Dollar und sicherte sich zudem eine zehnprozentige Beteiligung an den Filmgewinnen. „The Matrix“ spielte an den Kinokassen rund 467 Millionen Dollar ein, bei Produktionskosten von 63 Millionen Dollar. Zusätzlich zu seiner Gage erhielt der Hauptdarsteller weitere 35 Millionen Dollar. Laut des Onlinemediums LADbible gingen siebzig Prozent des Geldes an die Krebsforschung.

          Auch die Einnahmen aus seinen folgenden Filmen spendete Reeves. Für „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolutions“, beide aus dem Jahr 2003, soll der Schauspieler jeweils 15 Millionen US-Dollar Gage bekommen haben. Für beide Film sicherte er sich eine fünfzehnprozentige Gewinnbeteiligung. Doch während der zweite Teil der Filmreihe weltweit knapp 742 Millionen Dollar einspielte, waren es bei „Matrix Revolution“ gerade einmal etwas mehr als 427 Millionen Dollar. Für beide Filme werden die Produktionskosten auf etwa 110 bis 150 Millionen Dollar geschätzt.

          Reeves fährt auch mal U-Bahn

          In einer ähnlichen Höhe dürften nun die Kosten für „Matrix Resurrections“ liegen. Reeves’ Gage wird auf zwölf bis 14 Millionen Dollar geschätzt. Laut Bloomberg hat der vierte Teil der Filmreihe in der ersten Kinowoche knapp elf Millionen Dollar an den Kassen eingespielt. Der Film ist zunächst aber auch auf der Streamingplattform HBO Max zu sehen, was die Einnahmen der Filmtheater schmälern dürfte.

          Der mittlerweile 57 Jahre alte ­Reeves gilt als bescheidener Hollywood-Star, der auch mal mit der U-Bahn fährt. Seinen Verdienst hat er nicht nur dem Kampf gegen Krebs gewidmet, ein Teil ging Medienberichten zufolge auch an die Crewmitglieder hinter den Kulissen seiner Filme, wie beispielsweise die Stuntmen und Grafiker von Matrix.

          Mitte der Zweitausender hat er eine Stiftung zur Unterstützung krebskranker Kinder gegründet, die jedoch nicht seinen Namen trägt. Erst 2009 erzählte er davon. „Ich habe eine private Stiftung, die seit fünf oder sechs Jahren besteht und ein paar Kinderkrankenhäuser und die Krebsforschung unterstützt“, sagte er in einem Gespräch mit der Zeitschrift „Ladies Home Journal“. „Ich mag es nicht, meinen Namen damit zu verbinden, ich lasse die Stiftung einfach tun, was sie tut.“

          Der Ausbruch der Corona-Pandemie ließ Reeves neue Wege gehen. 2020 versteigerte er ein Zoom-Date mit sich selbst. Die Einnahmen gingen an Camp Rainbow Gold, ein Sommerferienlager für Kinder mit Krebs. Die Gewinnerin hat Schätzungen zufolge mehr als 19.000 Dollar bezahlt.

          Privat ist der Schauspieler mit der Künstlerin Alexandra Grant liiert. Sein Vermögen wird trotz seiner Wohltätigkeit auf mehrere Millionen Dollar geschätzt.

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