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Kampf gegen Klimawandel : Jeff Bezos will 10 Milliarden Dollar spenden

Jeff Bezos auf einer Pressekonferenz im September 2019 in Washington. Bild: AP

Im Kampf gegen den Klimawandel will Amazon-Gründer Jeff Bezos einen Fonds gründen, der Wissenschaftler, Aktivisten und Nicht-Regierungsorganisationen unterstützen soll.

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          Jeff Bezos, der reichste Mensch der Welt, hat seine bislang mit Abstand größte wohltätige Initiative angekündigt. Der Vorstandsvorsitzende des Online-Händlers Amazon.com will einen Fonds zur Bekämpfung des Klimawandels mit dem Namen „Bezos Earth Fund“ auflegen und ihn mit zehn Milliarden Dollar ausstatten. In einem Eintrag auf der Fotoseite Instagram schrieb er: „Diese globale Initiative wird Wissenschaftler, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen unterstützen – jede Anstrengung, die eine echte Möglichkeit eröffnet, die natürliche Welt zu erhalten und zu schützen.“ Um die Erde zu retten, brauche es „kollektives Handeln“, und zwar von Unternehmen, Regierungen und auch von Einzelpersonen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Bezos hat sich bislang weniger als andere Superreiche wie Bill Gates oder Mark Zuckerberg mit karitativem Engagement einen Namen gemacht. Sein bislang größtes Projekt auf diesem Gebiet ist der „Day One Fund“, den er vor rund eineinhalb Jahren mit seiner damaligen Frau MacKenzie ins Leben gerufen und zunächst mit zwei Milliarden Dollar ausgestattet hat. Dieser Fonds ist zur Unterstützung von Organisationen gedacht, die sich um junge obdachlose Familien kümmern, außerdem soll mit ihm ein Netzwerk von Vorschulen in einkommensschwachen Gegenden aufgebaut werden.

          Das Vermögen von Bezos wird im „Bloomberg Billionaires Index“ mit 130 Milliarden Dollar beziffert. Die mittlerweile von ihm geschiedene MacKenzie Bezos liegt dort mit 42,5 Milliarden Dollar. Das frühere Ehepaar hat sich bei seiner Trennung darauf geeinigt, dass MacKenzie 25 Prozent der zuvor gemeinsam gehaltenen Amazon-Aktien bekommen soll. MacKenzie Bezos hat klargemacht, dass sie ihren Reichtum für gute Zwecke einsetzen will.

          Sie schloss sich im vergangenen Jahr dem „Giving Pledge“ an, einer Initiative der beiden Multimilliardäre Bill Gates und Warren Buffett, mit der das Versprechen verbunden ist, die Hälfte des Vermögens für wohltätige Dinge auszugeben. „Ich habe eine unverhältnismäßig große Menge an Geld zu teilen,“ schrieb sie damals. Jeff Bezos hat den „Giving Pledge“ bislang nicht unterschrieben.

          Kritische Stimmen aus der eigenen Belegschaft

          Amazon und Jeff Bezos selbst sind in jüngster Zeit in der eigenen Belegschaft unter Druck geraten, sich stärker für den Klimaschutz zu engagieren. Es bildete sich eine Gruppe mit dem Namen „Amazon Employees for Climate Justice“, die monierte, der Konzern tue zu wenig gegen den Klimawandel. Im vergangenen September verkündete Amazon eine Klimainitiative und gab das Ziel aus, bis 2040 klimaneutral sein zu wollen. Das ging der innerbetrieblichen Protestgruppe aber nicht weit genug. Die Mitarbeiter stören sich auch daran, dass der Konzern in seiner auf „Cloud Computing“ spezialisierten Sparte Amazon Web Services mit der Öl- und Erdgasindustrie zusammenarbeitet. Im Januar haben mehr als 300 Amazon-Mitarbeiter auf der Online-Plattform „Medium“ Kritikpunkte an ihrem Arbeitgeber öffentlich gemacht und sich dabei mit ihrem Namen nennen lassen, womit sie gegen interne Kommunikationsregeln verstießen. Am Montag zeigte sich die Gruppe in einer Stellungnahme von der neuen Bezos-Initiative nur begrenzt beeindruckt: „Wir applaudieren Jeff Bezos’ Philanthropie, aber eine Hand kann nicht geben, was die andere wegnimmt.“

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