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Fachleute rechnen nach : 70 Prozent Inflation in der Türkei – oder noch viel mehr?

Istanbul: Menschen spazieren über den Großen Basar. Die Verbraucher sind mit mit steigenden Preisen konfrontiert. Bild: dpa

In der Türkei leiden die Menschen unter der rasant steigenden Inflation. Im April betrug sie 70 Prozent. Das ist der amtliche Wert. Doch Berechnungen von Ökonomen kommen auf ganz andere Zahlen.

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          In der Türkei steigen die Preise weiter in hohen zweistelligen Raten. Für April musste das Statistikamt am Donnerstag ein weiteres Anziehen der Verbraucherpreise um nunmehr 70 Prozent im Jahresvergleich mitteilen. Im März hatte die Inflationsrate noch 61 Prozent betragen, ein in 20 Jahren Regierungszeit von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nicht erreichter Wert. Gegenüber dem März legten die Verbraucherpreise im April um 7,25 Prozent zu. Vor allem die Preise für Lebensmittel ziehen ungebremst an. Und eine Trendwende deutet sich nicht an – im Gegenteil.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Dass ein Ende der Preiserhöhungen so schnell nicht abzusehen ist, legt der amtliche Index der Erzeugerpreise nahe. Er lag im April fast 122 Prozent über Vorjahresniveau, gegenüber dem März-Wert legte er um 7,7 Prozent zu. Die Herstellerpreise schlagen sich in der Regel mit Zeitverzug auf die Lebenshaltungskosten der Verbraucher durch, da die Produzenten sich bemühen, ihre Kosten auf die Kunden zu überwälzen. Analysten der Deutschen Bank rechnen damit, dass die Inflation bis November oberhalb von 70 Prozent bleiben wird.

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