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Hubertus Heils Grundrente : Respekt für Rentner, Bürde für die Jungen

Hubertus Heil, der Bundesminister für Arbeit und Soziales (SPD) Bild: Matthias Lüdecke

Hubertus Heil steht für teure Sozialprogramme. Sie sollen den Anspruch der SPD als Partei der Gerechtigkeit untermauern. Als Wahlkampfleiter war der heutige Sozialminister aber meist erfolglos.

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          Auf die Frage nach seinem Weihnachtswunsch hatte Hubertus Heil für die F.A.Z. vor einigen Wochen eine spröde Antwort parat. Für das neue Jahr wünschte er sich „eine nationale Bildungsallianz von Bund und Ländern für bessere Schulen, Ausbildung und berufliche Qualifikation“. Anschaulich ergänzte der Bundesarbeitsminister, der in der großen Koalition auch gerne Bildungsminister geworden wäre: „Ich will, dass in Deutschland Talent und Leistung zählen und nicht die Herkunft.“ Das stärke den sozialen Zusammenhalt und sei wirtschaftlich vernünftig.

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          „Leistung soll sich lohnen“ könnte als Lebensmotto des 46 Jahre alten SPD-Politikers gelten, der seinen eigenen schulischen und beruflichen Werdegang – als Sohn einer alleinerziehenden Lehrerin – immer wieder als Aufstiegs-Erfahrung beschreibt. Die Anerkennung der Lebensleistung ist ein wichtiger Antrieb für den neuen Vorschlag einer Grundrente für Geringverdiener, die Heil unter dem Namen „Respektrente“ vermarktet. Alle, die 35 Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, sollen mehr haben als die, die nie gearbeitet haben. So haben CDU, CSU und SPD es vor einem Jahr vereinbart. Heil geht mit seinem Plan aber überraschend großzügig über das dürre Gerüst des Koalitionsvertrages hinweg. Der dort erwähnte Aufschlag von 10 Prozent auf die staatliche Grundsicherung erscheint ihm im Kampf gegen drohende Altersarmut zu mickrig.

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