https://www.faz.net/-gqe-956ng

Nächste Bundesregierung : Gewerkschaften fordern höhere Steuern

  • Aktualisiert am

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell (hier Mitte August bei der F.A.Z. in Frankfurt) fordert von der nächsten Bundesregierung höhere Steuern. Bild: Maria Klenner

Im Januar beginnen die Sondierungsgespräche zwischen SPD und Union. Der Deutsche Gewerkschaftsbund richtet klare Forderungen an die kommende Bundesregierung.

          1 Min.

          Vor den im Januar beginnenden Sondierungsgesprächen von Union und SPD hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) höhere Steuern gefordert. „Unternehmer und Vermögende müssen sich mehr als bisher an der Finanzierung wichtiger öffentlicher Infrastruktur beteiligen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Vermögenssteuer müsse wieder eingeführt und die pauschale Abgeltungssteuer für Kapitalerträge abgeschafft werden.

          Körzell forderte überdies, Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag für Zukunftsinvestitionen zu verwenden. Eine Abschaffung des Soli wäre eine Steuersenkung für Gutverdiener. „Das ist unsinnig und ungerecht“, sagte er.

          Von der nächsten Bundesregierung erwartet der DGB-Vorstand „eine Regierung der sozialen Gerechtigkeit und Investitionsoffensive“. Es reiche nicht, nur untere und mittlere Einkommen zu entlasten. „Wer mehr Verteilungsgerechtigkeit will, muss sich an Steuererhöhungen herantrauen“, sagte Körzell.

          Aus Sicht des DGB gehe daher nur das Steuerkonzept der SPD in die richtige Richtung. CDU und CSU wollten „denen noch mehr geben, die ohnehin schon genug haben“. Anders als von der SPD geplant dürfe der Spitzensteuersatz aber erst bei 70.000 Euro greifen, sagte Körzell. Eine Grenze bei 60.000 Euro, wie die Sozialdemokraten sie vorschlagen, „würde schon Facharbeiter treffen“, merkte Körzell an.

          Weitere Themen

          Transportbranche warnt vor Lieferengpässen Video-Seite öffnen

          Fehlende Lkw-Fahrer : Transportbranche warnt vor Lieferengpässen

          Der allgemeine Fahrermangel wird durch eine zunehmende Zahl von Corona-Ausfällen verschärft. Ein Branchenverband fordert die Politik angesichts steigender Infektionszahlen dazu auf, schnell Vorkehrungen zu treffen: Wie wäre es zum Beispiel mit Impfangeboten auf Autobahnraststätten?

          Das Interesse der Lufthansa an Italien wächst

          Airline Ita : Das Interesse der Lufthansa an Italien wächst

          Spekulationen über einen Einstieg der Lufthansa bei der Nachfolgerin der insolventen Alitalia dürften zwar übereilt sein, doch der Wunsch des Konzerns nach mehr Geschäft in Italien ist groß.

          Topmeldungen

          „Eine Impfplicht für Risikogruppen wäre ein guter Kompromiss“: Cihan Çelik im September auf der Corona-Isolierstation im Klinikum Darmstadt

          Lungenarzt Cihan Çelik : „Es gibt kein Durchatmen“

          Cihan Çelik behandelt weiter Covid-Kranke – und hält mittlerweile eine Impfpflicht für Risikogruppen für einen guten Kompromiss. Ein Interview über Omikron, die Endemie und das Zögern der Ständigen Impfkommission.

          Rätselraten um Tennis-Star : Was ist mit Alexander Zverev los?

          Wie ein Stromausfall: Alexander Zverev scheidet bei den Australian Open bereits im Achtelfinale aus. Sein kraftloser Auftritt wirft Fragen auf, die auch er selbst nicht beantworten kann.
          Machte sich gern über die „Inflation-is-coming-crowd“ lustig: Paul Krugman ist Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften.

          Krugman und Summers : Der große Streit über die Inflation

          Paul Krugman hat sich gern über Leute lustig gemacht, die vor Inflation warnen. Larry Summers dagegen sah als einer der ersten die Gefahren für die Preisentwicklung aufziehen. Jetzt trafen die beiden Starökonomen zum Schlagabtausch aufeinander.
          Karin Beck und Andrea Straub in ihrer Drogerie auf der Schwäbischen Alb

          Zehn Jahre nach der Insolvenz : Frauen ohne Schlecker

          Vor genau zehn Jahren ging die Drogeriemarktkette Schlecker unter. Andrea Straub und Karin Beck haben in einer Filiale auf der Schwäbischen Alb auf eigene Faust weitergemacht – und sind immer noch im Geschäft.