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Warnung vor Beitragsanstieg : Krankenkassen rufen nach Hilfe des Bundes

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Auch wenn zuletzt deutlich weniger operiert wurde, ist die Finanzentwicklung der Krankenkassen mit Blick auf die Corona-Krise und die Lage am Arbeitsmarkt ungewiss. Bild: dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen pochen auf höhere Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Ihre Begründung: Die umfassenden Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie hätten deutliche Spuren hinterlassen.

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          Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sehen für das kommende Jahr zusätzlichen Finanzbedarf und dringen dafür auf Hilfe des Bundes. „Um einen flächendeckenden Anstieg der Zusatzbeiträge im kommenden Jahr zu vermeiden, braucht es für 2021 einen extra Bundeszuschuss für den Gesundheitsfonds“, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, am Freitag nach einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

          Die umfassenden Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie hätten deutliche Spuren beim Gesundheitsfonds und den einzelnen Kassen hinterlassen, sagte Pfeiffer etwa mit Blick auf Rettungsschirme für Praxen und Kliniken. „Dank ihrer vorausschauenden Haushaltsführung in den letzten Jahren werden die Krankenkassen in diesem Jahr im Durchschnitt ohne eine Beitragserhöhung auskommen.“ Der Gesundheitsfonds ist die Geldsammel- und Verteilstelle der Kassen. Er wird von den Versichertenbeiträgen und Bundeszuschüssen gespeist.

          Im ersten Halbjahr verbuchten die Kassen insgesamt ein Plus von 1,3 Milliarden Euro. Hintergrund sind deutlich gesunkene Ausgaben für Behandlungen in Praxen und Krankenhäusern, viele Operationen wurden abgesagt. Der Bund gibt für dieses Jahr auch schon einen zusätzlichen Zuschuss von 3,5 Milliarden Euro. Die Finanzentwicklung ist aber mit Blick auf die Corona-Krise und die Lage am Arbeitsmarkt ungewiss, Ausgaben für Behandlungen könnten auch nachgeholt werden.

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