https://www.faz.net/-gqe-94q0x

Gehälter : Tariflöhne steigen schneller als Preise

  • Aktualisiert am

Für die Tarifbeschäftigten soll in diesem Jahr mehr Geld übrig sein. Bild: dpa

Um etwa 0,6 Prozent soll die Verdienstentwicklung oberhalb der Preissteigerung liegen. Die Zahlen würden für die meisten Beschäftigten damit günstiger ausfallen als im Vorjahr.

          Die Tarifbeschäftigten in Deutschland können auch in diesem Jahr damit rechnen, dass ihre Gehälter schneller gestiegen sind als die Verbraucherpreise. Mindestens drei von vier Arbeitnehmern sollten so preisbereinigt mehr Geld in der Tasche haben als im vergangenen Jahr.

          Einschließlich der kollektiv vereinbarten Sonderzahlungen sind 2017 die Bruttogehälter im Schnitt um 2,3 Prozent gewachsen, wie das Statistische Bundesamt nach einer vorläufigen Schätzung am Dienstag berichtete. Gleichzeitig erwartet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung eine Jahresinflation von 1,7 Prozent. Das heißt, dass Waren und Dienstleistungen nach den Vorgaben des vom Statistischen Bundesamtes erhobenen Warenkorbs um 1,7 Prozent teurer geworden sind.

          Damit liegt die Verdienstentwicklung der Tarifbeschäftigten im Jahr 2017 rund 0,6 Punkte oberhalb der Preissteigerung. Ihre Reallöhne steigen. Für sämtliche Beschäftigten liegen noch keine Angaben oder Schätzungen für das Gesamtjahr vor. Zur Jahresmitte lagen die Reallöhne aber deutlich im Plus. Zuletzt sind die Reallöhne in Deutschland im Jahr 2013 zurückgegangen.

          Rund 78 Prozent der Arbeitnehmer werden nach Tarif bezahlt

          In Deutschland arbeiteten 2016 laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gut die Hälfte (56 Prozent) aller Beschäftigten auf der Grundlage eines Tarifvertrags. Von den übrigen 44 Prozent der Arbeitnehmer erhielt etwa die Hälfte Leistungen, die sich an Flächentarifverträgen orientierten, ohne dass die Arbeitgeber dazu verpflichtet gewesen wären. Zusammen wurden also rund 78 Prozent der Arbeitnehmer nach Tarif bezahlt.

          Die Wiesbadener Statistiker haben schon vor einigen Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass im laufenden Jahr vor allem die tariflich vereinbarten Sonderzahlungen zurückgegangen sind. Die tariflichen Grundgehälter steigen 2017 voraussichtlich um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die endgültigen Ergebnisse sollen am Donnerstag kommender Woche bekanntgegeben werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht sich selbst mit dem „unglaublichen Hulk“, der sich aus seinen Fesseln befreit.

          Brexit um jeden Preis : Der wütende Hulk

          Großbritannien werde sich aus seinen „Fesseln“ befreien wie die ultra-starke Comicfigur, wenn es bis 31. Oktober keinen Brexit-Deal gebe, erklärt Johnson. Auch gegen die Anordnung des Parlaments. Vor neuen Gesprächen mit der EU zeigt er sich dennoch „sehr zuversichtlich.“
          Mein Freund, der Baum: Markus Söder im Hofgarten hinter der Staatskanzlei

          Klimaretter Söder : „Wir haben den Umweltschutz erfunden“

          CSU-Chef Söder zweifelt die Kompetenz der Grünen bei Klima- und Naturschutz an. Die wahre Umweltpartei sei die CSU mit ihrem Urmotiv, die Schöpfung zu bewahren. Für das Klimapaket der Großen Koalition stellt er allerdings umstrittene Bedingungen.
          Zukunftstechnologie Flugtaxi: Am Stau am Boden ändern sie nichts

          Mythos Innovation : Bloß nichts Neues!

          Bemooste Innenstädte und fliegende Umweltsünder: Statt im Kampf gegen die Klimakatastrophe nach konkreten Lösungen zu suchen, schiebt die Politik Scheininnovationen vor. Warum nutzen wir nicht verfügbare Technologien? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.