https://www.faz.net/-gqe-9sf3l

Reform der Hebammen-Ausbildung : Geburtshilfe im Hörsaal

  • -Aktualisiert am

Laut einer Umfrage des DHV versorgt fast jede zweite Hebamme ständig drei Schwangere gleichzeitig, oft aber auch vier oder mehr Frauen. Bild: dpa

Wer Hebamme werden will, muss in Zukunft studieren. Das soll dem Beruf mehr Respekt verschaffen. Die Probleme im Kreißsaal löst die Reform aber nicht.

          6 Min.

          Der fleißige Gesundheitsminister Spahn hat mal wieder ein neues Gesetz in die Wege geleitet. Um Hebamme zu werden, muss man in Zukunft studieren. Der Bundestag hat das Gesetz gerade verabschiedet, der Bundesrat muss noch darüber abstimmen. Am 1. Januar 2020 soll es in Kraft treten. Elke Mattern, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) ist erfreut: „Endlich“, sagt sie, „dürfen auch Hebammen studieren.“ Ihr Beruf werde nach wie vor wenig wertgeschätzt. „Ich hoffe, mit dem neuen Gesetz zieht nun mehr Respekt ein.“

          Das Studium soll sechs bis acht Semester dauern. Es besteht aus einem theoretischen Teil, also aus Vorlesungen und Seminaren, und einem praktischen, mit Einsätzen im Krankenhaus, bei einer freiberuflichen Hebamme oder in Geburtshäusern. Bisher wurden Hebammen drei Jahre lang an einer der 62 Hebammenschulen im Land ausgebildet. Dort mussten sie 3000 Praxisstunden absolvieren, mit dem neuen Gesetz sollen es nur 2200 sein. „Wir finden das aber gut“, sagt Yvonne Bovermann, zuständig für den Bereich Bildung im Deutschen Hebammenverband (DHV). „Das neue Gesetz wird endlich sicherstellen, dass Hebammenstudierende nicht nur mitlaufen und Personalengpässe in der Praxis überbrücken, sondern gezielt ausgebildet werden.“

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Auf die Berechnungsmethode der Gemeinde kommt es an - ein Steuertipp für Eigentümer einer Zweitwohnung.

          Steuertipp : Zweitwohnung ohne Extrasteuer

          Nach Beschlüssen des Bundesverfassungsgerichts ändert sich die steuerliche Lage für Inhaber einer Zweitwohnung. Was es zu beachten gilt.