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Tarifkonflikt beendet : Gebäudereiniger und Arbeitgeber einigen sich

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Eine Gebäudereinigerin schiebt einen Wagen mit Putz-Utensilien im Dortmunder Hauptbahnhof (Archivbild). Bild: dpa

Das betrifft mehr als 600.000 Beschäftigte: Nach Warnstreiks und langen Verhandlungen bekommen Gebäudereiniger mehr Geld und mehr Urlaub. Für zwei Tage im Jahr gilt nun eine besondere Regelung.

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          Gewerkschaft und Arbeitgeber in der Gebäudereinigung haben sich auf einen Tarifabschluss in der größten deutschen Handwerkssparte mit rund 650.000 Beschäftigten geeinigt. Nach zuvor sechs ergebnislosen Verhandlungsrunden seien die Gespräche in der Nacht zu diesem Freitag erfolgreich beendet worden, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft IG BAU der Deutschen Presse-Agentur. Demnach konnte die Arbeitnehmerseite unter anderem höhere Lohn-Zuschläge und mehr Urlaub durchsetzen, musste dafür aber eine Übergangslösung bei der Weihnachtsgeldregelung hinnehmen.

          Der Tarifkonflikt zwischen der IG Bauen-Agrar-Umwelt und dem Bundesinnungsverband des Handwerks hatte sich über viele Monate gezogen. Die Gewerkschaft begleitete die Verhandlungsrunden zuletzt auch mit Warnstreiks an verschiedenen Standorten. Nach einem mehr als 13-stündigen Spitzengespräch zwischen den Tarifparteien folgte nun der Durchbruch.

          Mehr Geld für Überstunden, Sonn- und Feiertagsarbeit

          Die IG BAU kündigte spürbar mehr Geld im Portemonnaie der Gebäudereiniger, Glas- und Industriereiniger an: Vereinbart worden seien unter anderem eine bessere Überstundenvergütung sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht wie auch an Sonn- und Feiertagen.

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          Außerdem soll es ab 2021 für alle Beschäftigten einen einheitlichen Urlaub von 30 Tagen auf Vollzeitbasis geben – egal, wie lange die Beschäftigten schon in der Branche tätig sind.

          Festgeschrieben wurde laut der Gewerkschaft auch ein Weihnachtsbonus: Alle Beschäftigten sollen in diesem und im kommenden Jahr Heiligabend oder wahlweise den Silvestertag als bezahlten Arbeitstag frei bekommen – und wer arbeitet, bekommt für diesen Tag einen 150-prozentigen Lohnzuschlag.

          Neue Verhandlungen nächstes Jahr

          „Zum Schluss haben alle unsere Mitarbeiter mehr Geld in der Tasche über die Zuschlagsregelungen und den Weihnachtsbonus“, sagte IG-BAU-Chef Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur. Einen Wermutstropfen gebe es dennoch: „Wir hätten gerne sofort eine feste und dauerhafte Weihnachtsgeldregelung ab 2019 gehabt, da haben wir jetzt eine Übergangsregelung.“

          Bei den Verhandlungen über den Lohntarifvertrag im kommenden Jahr werde auch das Thema Weihnachtsgeld wieder auf den Tisch kommen, sagte Feiger. Die Arbeitgeberseite hat den Lohntarifvertrag zum 31. Juli 2020 gekündigt.

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