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Laut Nord Stream AG : Gaslieferung durch Nord Stream 1 wieder angelaufen

  • Aktualisiert am

Durch die Pipeline Nord Stream 1 fließt wieder Gas. Bild: AFP

Bis die volle Transportleistung durch die Pipeline erreicht ist, wird es laut dem Betreiber noch einige Zeit dauern. An der Börse atmet man auf.

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          Nach der Wartung von Nord Stream 1 ist am Donnerstagmorgen die Gaslieferung durch die deutsch-russische Gaspipeline wieder angelaufen. Es fließe wieder Gas, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur. Bis die volle Transportleistung erreicht sei, werde es einige Zeit dauern. Nach ersten Daten des Unternehmens wurde zwischen 6.00 und 7.00 Uhr Gas im Volumen von rund 21,4 Millionen Kilowattstunden geliefert. Vor der Wartung hatte die Menge bei knapp 30 Millionen Kilowattstunden pro Stunde gelegen. Die maximale Kapazität der Pipeline liegt bei rund 70 Millionen Kilowattstunden pro Stunde.

          Der Sprecher sagte, dass zuletzt in etwa so viel Gas wie vor der Wartung angekündigt war, also rund 67 Millionen Kubikmeter pro Tag. Das entspreche etwa einer 40-prozentigen Auslastung der maximalen Kapazität. Die angemeldeten Mengen können sich mit einem gewissen Vorlauf aber auch noch im Laufe eines Tages ändern.

          Bundesnetzagentur-Chef widerspricht Nord Stream AG

          Nach Aussage des Präsidenten der Bundesnetzagentur liegt die für Donnerstag angekündigte Gas-Liefermenge über die Pipeline Nord Stream 1 weiterhin unter der Menge vor der Wartung. Müller schrieb am Mittwochabend auf Twitter, das russische Staatsunternehmen Gazprom habe renominiert und die zuvor für Donnerstag angemeldete Menge gesenkt, auf eine etwa 30-prozentige Auslastung. Zuvor waren nach seinen Worten mehr in Aussicht gestellt worden.

          Die Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland verlieh am Donnerstag im vorbörslichen Handel besonders den Papieren aus der Chemiebranche Auftrieb.

          Die Aktien von BASF, Covestro, Wacker Chemie und K+S legten um bis zu drei Prozent zu beziehungsweise wurden höher indiziert. Auf dem Sektortableau dürften der Stoxx Europe 600 Chemicals ebenfalls zu den Gewinnern zählen.

          „Es fließt wieder russisches Gas durch Nord Steam 1. Die Wiederaufnahme der Gaslieferung lässt die Börsianer aufatmen“, schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in einem Marktkommentar. Damit sei die Energiekrise „natürlich bei weitem nicht gelöst“. Aber zumindest kurzfristig sei ein Albtraum-Szenario abgewendet.

          Zuvor war befürchtet worden, Moskau könne nach der zehntägigen Wartung den Gashahn komplett zulassen und so die Energiekrise weiter verschärfen. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine hatte der Westen Sanktionen gegen Russland verhängt. Russland hatte wiederum Gaslieferungen in europäische Länder ganz oder teilweise eingestellt.

          Die Liefermenge in den kommenden Monaten dürfte große Auswirkungen etwa auf die deutsche Wirtschaft, aber auch Privatkunden haben, da sie sich wahrscheinlich auf Gaspreise niederschlägt. Sie dürfte auch ausschlaggebend dafür sein, wie weit Deutschland seine Gasspeicher noch vor der kalten Jahreszeit auffüllen kann und ob es zu einer Mangellage kommt. Kremlchef Wladimir Putin hatte in der Nacht zu Mittwoch vor einer Drosselung Ende Juli gewarnt und technische Gründe angeführt. Die Bundesregierung hält diese für vorgeschoben.

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