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Folgen des Coronavirus : Wieso Japan die Blütenlaune vergeht

Trotz Coronavirus: An einem März-Wochenende feierten Japaner Kirschblütenparties im Yoyogi-Park in Tokio. Bild: Patrick Welter

Tokio ist unter den Metropolen eine Ausnahme. Trotz Corona ging das Leben halbwegs weiter. Doch nun gibt es Hamsterkäufe und mehr Infizierte.

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          Berlin, Paris, New York: Metropolen der westlichen Welt schließen im Kampf gegen das Corona-Virus per Verordnung Geschäfte und Kneipen und fahren das öffentliche Leben fast auf null herunter. Tokio mit seinen fast 14 Millionen Einwohner aber ist unverändert eine offene Stadt. Sicher, seit Ministerpräsident Shinzo Abe Ende Februar zu mehr sozialer Distanz aufrief, sind Straßen, Gehwege und Züge in der japanischen Hauptstadt weniger voll als üblich. In den Einkaufs- und Ausgehvierteln ist es leerer. Unternehmen schalteten auf die Arbeit im Heimbüro um. Schulen schlossen. Großveranstaltungen wurden abgesagt. Geschäfte kürzten die Öffnungszeiten, weil Kunden ausblieben. Das öffentliche Leben verlangsamte sich. Aber es starb nicht ab. Einen Stillstand per Dekret gibt es in Japan nicht.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Das könnte sich ändern. Die Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, droht den Bürgern mit einem angeordneten Lockdown, falls die Zahl der Infektionen explosionsartig steige. Vorerst aber bitten Koike und die Gouverneure der vier an Tokio angrenzenden Präfekturen ihre mehr als 37 Millionen Bürger allein darum, das kommende Wochenende zu Hause zu bleiben. Das führte zu Hamsterkäufen an Lebensmitteln in der Hauptstadt, zum ersten Mal seit Ausbruch der Virus-Krise.

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