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Geringeres Wachstum : Experten erwarten 2019 mehr Firmenpleiten

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Die Zahl von Insolvenzen in Deutschland wird 2019 aus Sicht von Experten wieder steigen. Bild: dpa

Seit Jahren müssen immer weniger Unternehmen in Deutschland Insolvenz anmelden. Doch die Wirtschaft wächst inzwischen langsamer, und die Zeit der extrem niedrigen Zinsen neigt sich irgendwann dem Ende.

          Die Zahl von Unternehmenspleiten in Deutschland könnte im Zuge eines langsameren Wirtschaftswachstums und steigender Zinsen aus Sicht von Experten wieder zunehmen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet für das kommende Jahr erstmals seit Jahren mit einem leichten Anstieg. Der Kreditversicherer Euler Hermes geht davon aus, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2019 nicht weiter sinkt. Nach neun Jahren des Rückgangs werde zunächst noch eine Stabilisierung erwartet. Steigende Insolvenzzahlen seien vor allem ab 2020 nicht mehr auszuschließen. Neben dem gebremsten Wirtschaftswachstum schlage vor allem die Aussicht auf steigende Zinsen am Kreditmarkt zu Buche, hieß es.

          Der positive Trend rückläufiger Firmenpleiten könne bald zu Ende gehen, heißt es bei Creditreform. Für das kommende Jahr sei mit einer Zunahme der Unternehmensinsolvenzen um rund 100 Fälle auf 20.000 zu rechnen. Die Experten verwiesen auch darauf, dass eine nicht geringe Zahl von Unternehmen trotz roter Zahlen ihren Geschäftsbetrieb nicht eingestellt habe. Laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei seien davon 6,8 Prozent der Firmen betroffen.

          Einen Zuwachs um 500 Fälle auf 24.000 Insolvenzen erwartet Creditreform auch bei den sonstigen Insolvenzen, etwa von Vereinen. Bei den sogenannten Verbraucherinsolvenzen rechnet die Wirtschaftsauskunftei dagegen mit einem weiteren Rückgang um rund 2600 Fälle auf 66.000. Unterm Strich ergibt sich damit nur noch ein leichter Rückgang der Gesamtzahl an Insolvenzen um rund 2000 auf rund 110.000 Fälle.

          Transport, Textil und Energie

          Bereits im Jahr 2018 hatte sich der Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgeschwächt. Hatte das Minus in den Jahren 2016 und 2017 noch bei 7,0 Prozent beziehungsweise 6,6 Prozent gelegen, gingen die Firmeninsolvenzen 2018 lediglich um 1,2 Prozent auf 19 900 Fälle zurück. 2018 gingen rund 198 000 Jobs durch Insolvenzen verloren.

          Nach Darstellung von Euler-Hermes-Experte Manfred Stamer haben die Pleitezahlen 2018 schon im Baugewerbe und von Dienstleistern zugenommen. Für 2019 sei mit steigenden Zahlen in den Branchen Transport, Textil, metallverarbeitende Industrie und Energie zu rechnen. Stamer wies dabei auch auf zunehmende Risiken in wichtigen Exportmärkten wie Frankreich, Großbritannien, China oder den Vereinigten Staaten hin.

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