https://www.faz.net/-gqe-9buv5

Streit um Nord Stream 2 : Estlands Außenminister warnt vor Russlands Einfluss

  • Aktualisiert am

Im finnischen Kotka lagern Rohre für Nord Stream 2: Vor allem in den osteuropäischen Ländern regt sich Widerstand gegen das deutsch-russische Pipeline-Projekt. Bild: Reuters

Estlands Außenminister fordert ein Ende der Gaspipeline Nord Stream 2. Das deutsch-russische Projekt sei nicht im Interesse der EU, sondern Moskaus Hebel, um in Europas Politik einzugreifen.

          1 Min.

          Estlands Außenminister Sven Mikser hat einen Stopp der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 gefordert. Die Pipeline sei kein wirtschaftliches, sondern ein geopolitisches Projekt. „Es ist ein Hebel für Russland, um in die europäische Politik einzugreifen“, sagte Mikser der „Welt“ (Montag). „Es ist schlicht und einfach im Interesse der EU, das Projekt zu stoppen“, fügte er hinzu.

          Auch die Vereinigten Staaten drängen darauf, das Projekt einzustellen und haben mit Sanktionen gedroht. Die EU-Kommission befürchtet, dass die neue Pipeline die Abhängigkeit von russischem Gas erhöht.

          Die Pipeline, die parallel zur bestehenden ersten Nord-Stream-Röhre durch die Ostsee verlaufen soll, wird Russland und Deutschland unter Umgehung osteuropäischer Staaten verbinden. In deutschen Gewässern wird die Pipeline bereits gebaut. Am 15. Mai begann Nord Stream 2 mit Baggerarbeiten im Greifswalder Bodden.

          Gegner von Nord Stream 2 argumentieren unter anderem, Russland wolle mit der neuen Leitung durch die Ostsee nach Deutschland den bisher genutzten Transit durch ukrainische Leitungen ausbremsen und dem Land wichtige Gebühren vorenthalten.

          Der russische Präsident Wladimir Putin hat betont, die Lieferungen durch die Ukraine würden auch nach dem Bau von Nord Stream fortgesetzt, „wenn dies wirtschaftlich begründet und sinnvoll ist für alle Beteiligten“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Joe Biden am Dienstag in New York

          Rede vor den UN : Für Biden dreht sich alles um China

          Der amerikanische Präsident Joe Biden verspricht in seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung, nur noch in Bündnissen zu handeln. China nennt er nicht beim Namen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.