https://www.faz.net/-gqe-9g703

Wahlkampf in Amerika : Ein Bauer für Donald Trump

Trump hat gemacht, was er versprochen hat, findet Mark Scott. Bild: Roland Lindner

Er sagt, seine Einnahmen lägen 20 Prozent unter denen des Vorjahres: Eigentlich hätte Landwirt Mark Scott gute Gründe, wegen des Handelsstreits mit China sauer auf den Präsidenten zu sein. Ist er aber nicht.

          1 Min.

          Mark Scott hätte gute Gründe, wütend auf Donald Trump zu sein. Der auf Mais und Sojabohnen spezialisierte Bauer aus der Nähe von St. Louis bezeichnet sich als „Kollateralschaden“ im Handelskrieg, den der amerikanische Präsident mit China führt.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Als Vergeltung für Zölle, die Trump für Einfuhren aus China verhängt hat, haben die Chinesen in diesem Jahr mit Aufschlägen auf amerikanische Agrargüter gekontert. Auf Sojabohnen gilt nun ein Zoll von 25 Prozent, und das hat zu einem Preisverfall beigetragen, den Scott direkt spürt.

          Kein Einzelfall

          Er sagt, seine Einnahmen liegen 20 Prozent unter dem Vorjahr. Und obwohl die amerikanische Regierung ein milliardenschweres Hilfspaket für Bauern geschnürt hat, um einen Ausgleich für die Folgen der chinesischen Vergeltungszölle zu schaffen, erwartet er in diesem Jahr bestenfalls, keinen Verlust zu machen. „Mein Lebensunterhalt hängt vom internationalen Handel ab“, sagt er.

          Und doch hat sich der Bauer keineswegs vom Präsidenten abgewandt. „Trump hat bisher alles getan, was er versprochen hat“, findet er. Er verweist zum Beispiel auf die jüngst geschlossene Nachfolgevereinbarung für das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada, die gewährleiste, dass er weiter seinen Mais nach Mexiko exportieren kann.

          Positiv sei zudem, dass unter Trump Regulierungen gelockert worden seien. Unter dessen Vorgänger Barack Obama hätten den Bauern zum Beispiel strenge Wasserregulierungen zu schaffen gemacht.

          Scott sagt, er sei zwar nicht glücklich über die Auswirkungen des Handelskriegs mit China auf seinen Betrieb. Aber eine Neuregelung der Handelsbeziehungen mit dem Land sei nun einmal notwendig gewesen, und er hoffe, langfristig werde dies auch für ihn gut sein.

          Scott ist kein Einzelfall. Liam Condon, der Chef der Agrosparte von Bayer, sagt, in seinen Gesprächen mit amerikanischen Bauern höre er regelmäßig ähnliche Töne. Die Mehrheit unterstütze Trump und seine Handelspolitik. Condon hat das selbst überrascht: „Ich dachte, es gäbe mehr Landwirte, die gegen den Handelskonflikt mit China sind. Denn der trifft sie ganz empfindlich.“

          Weitere Themen

          „Die Prognosen sind düster“ Video-Seite öffnen

          BMW unter Druck : „Die Prognosen sind düster“

          Das sagte Vorstandschef Oliver Zipse während der Hauptversammlung in München. Der Markt in China habe sich zwar erholt, weltweit allerdings sei der Absatz der Marke eingebrochen. Auch für Deutschland sehe es nicht gut aus.

          Topmeldungen

          Höchste Genauigkeit: Ein chinesisches Vermessungsteam nimmt am Mittwoch Untersuchungen am Gipfel des Mount Everest vor.

          Erste Touren trotz Corona : 5G auf dem Mount Everest

          Chinesische Vermesser erreichen den Gipfel des Mount Everest – entlang der Aufstiegsroute haben sie 5G-Sendemasten installiert. Ungewiss ist, wie die Zukunft des Bergsteigens an den höchsten Gipfeln der Welt aussehen wird.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.