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Kommentar zu Investoren : Bedrohung aus Fernost

Während des Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Peking hält ein Schüler eine deutsche und eine chinesische Fahne. Bild: Reuters

Deutschland verliert für chinesische Investoren an Attraktivität. In der Bundesregierung dürfte das so manchen freuen. Doch Deutschland sollte den Bogen nicht überspannen.

          Die Nachricht von der sinkenden Zahl chinesischer Unternehmenszukäufe in Deutschland wird mancher Politiker nicht nur in Berlin als frohe Botschaft verstehen. Scheint die Statistik doch zu bestätigen, dass die härtere Gangart gegenüber Investoren aus Fernost Früchte trägt und den Einfluss von Pekings Planwirtschaft einzudämmen hilft.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Keine Frage: Natürlich ist es das gute Recht einer Regierung, sensible Bereiche etwa in der Infrastruktur vor dem Zugriff ausländischer Investoren zu schützen, zumal im Falle Chinas auch immer die Frage eine Rolle spielt, wie viel Staat hinter einem vermeintlich privaten Käufer wohl steckt.

          Andererseits ist gerade Deutschland gut beraten, den Bogen nicht zu überspannen. Denn die in hohem Maße vom Export abhängige heimische Wirtschaft ist besonders stark auf offene Märkte und speziell den Konsumhunger der Chinesen angewiesen. Zudem suchen deutsche Unternehmen auch zunehmend nach Beteiligungen in China, um vom dortigen Wissensvorsprung auf Gebieten wie der Künstlichen Intelligenz zu profitieren. Würde diese Tür zugeschlagen, weil die Chinesen an deutschen Partnern kein Interesse mehr hätten, wäre die Bedrohung nicht geringer als heute.

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