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Untersuchungsausschuss : Deutsche-Bank-Chef: Wusste nichts von Übernahmeplänen durch Wirecard

  • Aktualisiert am

Wirecard-Ausschuss in Berlin Bild: dpa

Der Zahlungsdienstleister Wirecard wollte mit der Deutschen Bank zusammenarbeiten. Das berichtet Vorstandschef Sewing im Untersuchungsausschuss. Anderes hat er erst später erfahren.

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          Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, wusste nach eigenen Angaben nichts von den Übernahmeplänen des Skandalunternehmens Wirecard. Von dieser „Projekt Panther“ genannten Idee habe er erst im Sommer 2020 durch eine Medienanfrage erfahren, sagte Sewing in der Nacht zum Freitag im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Die Spitze des Dax-Konzerns Wirecard hatte wenige Monate vor Auffliegen des Bilanzskandals die Idee, die Deutsche Bank zu übernehmen und ließ dies von einer Beratungsgesellschaft prüfen.

          Zunächst habe Ex-Wirecard-Chef Markus Braun im März 2018 eine Kooperation im Zahlungsverkehr angeboten, sagte Sewing. „Aus diesem Termin haben sich jedoch keine substanziellen weiteren Gespräche ergeben.“

          Braun, der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt, habe Anfang 2019 seinen Vorschlag erneuert. Dabei habe dieser laut Sewing lediglich darüber gesprochen, ob eine Zusammenarbeit in einzelnen Bereichen sinnvoll sein könnte. Braun habe die Zukunft der Deutschen Bank als Tech-Unternehmen mit angeschlossenem Bankgeschäft gesehen. Er habe aber nicht erklären können, wo genau der Wert eines solchen Geschäfts liegen würde. Zwei weitere Termine danach blieben oberflächlich.

          Deutsche Bank hätte sonst nicht mit Wirecard gesprochen

          „Die Inhalte waren unkonkret und von hypothetischer Natur“, sagte Sewing. „Die Deutsche Bank hat die Gespräche über eine engere Zusammenarbeit anschließend ergebnislos beendet.“ Wenn man zu diesem Zeitpunkt von Übernahmeplänen gewusst hätte, hätte man nicht mit Wirecard über ein solches Vorhaben gesprochen.

          Nach Bekanntwerden milliardenschwerer Luftbuchungen war der Zahlungsabwickler Wirecard im Juni 2020 in die Pleite gerutscht. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Bilanzfälschung, Betrug, Marktmanipulation und Geldwäsche. Es ist einer der größten Finanzskandale der Nachkriegszeit.

          Die Deutsche Bank hatte eine jahrelange Kundenbeziehung zu Wirecard, dazu gehörten Leistungen im Bereich Zahlungsverkehr und Währungsabsicherung. Außerdem hat die Bank eine Wirecard-Anleihe an den Markt gebracht und war Teil eines Konsortialkredits. Nach der Insolvenz sei die Kreditfazilität, von der 73 Millionen Euro in Anspruch genommen waren, zum 30. Juni 2020 gekündigt worden.

          Deutsche Bank hat 18 Millionen Euro verloren

          Abzüglich externer Absicherungen betrage das Ausfallrisiko 18,1 Millionen Euro. Nach der Insolvenz habe die Bank zudem angeboten, unter bestimmten Umständen finanzielle Unterstützung zu leisten und gegebenenfalls Wirecard-Teile zu kaufen. Insbesondere habe ein Interesse an der Zahlungsverkehrsplattform bestanden.

          Die Manipulationen seien bei den üblichen Prüfungen der Bank nicht zu erkennen gewesen, sagte Sewing. In solchen Situationen sei die Bank darauf angewiesen, dass sie sich etwa auf Jahresabschlüsse verlassen könne.

          Sewing betonte, der Bilanzskandal habe ein schlechtes Licht auf den Finanzplatz Deutschland geworfen. Er forderte eine Stärkung der Aufsicht. „Es ist wichtig, dass alles dafür getan wird, dass sich sowas nicht wiederholen kann“, sagt Sewing.

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