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Neue Geldscheine : Warum Japan neue Yen-Noten herausgibt

Japan führt neuen Yen-Noten ein. Bild: Reuters

Japan führt neue Banknoten ein, aber erst in fünf Jahren. Das neue Geld soll Fälschungen verhindern. Doch stecken dahinter auch politische Gründe.

          2 Min.

          Mit viel Trara hat die japanische Regierung in dieser Woche neue Banknoten vorgestellt, die von 2024 an eingeführt werden sollen. Die lange Zeitspanne zwischen Ankündigung und Einführung deutet an, dass es sich hier um ein politisches Manöver handelt.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Im Nachgang der Verkündigung des neuen kaiserlichen Zeitalters „Reiwa“, das mit dem Thronwechsel am 1. Mai beginnen wird, will die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe politisches Kapital schlagen. Auch das Finanzministerium unser Taro Aso, das in den vergangenen Jahren viele Negativschlagzeilen machte, kann mit der Ankündigung der neuen Banknoten positiv glänzen.

          Die Banknoten werden erstmals seit 2004 umgestaltet. Die Note zu 10.000 Yen (80 Euro) zeigt künftig Eiichi Shibusawa (1840 – 1931), der als Vater des japanischen Kapitalismus bezeichnet wird. Shibusawa gründete einen frühen Vorläufer der heutigen Mizuho Bank und war damit an der Gründung vieler heute noch bekannter Unternehmen beteiligt. Auch die japanische Handelskammer geht auf ihn zurück. Auf dem 5000-Yen-Schein wird die Gründerin der 1900 gegründeten Tsuda-Universität, Umeko Tsuda (1864 – 1929), zu sehen sein. Die 1000-Yen-Note schmückt künftig das Antlitz von Shibasaburo Kitasato (1853 – 1931), eines Mediziners, der das Bakterium der Beulenpest entdeckt hatte.

          Ein Grund für die neuen Banknoten sind die neuesten Sicherheitsmerkmale, mit denen sie ausgestattet sein werden. Geldfälscher sind in Japan aber kaum verbreitet. Im vergangenen Jahr wurden 1698 gefälschte Banknoten entdeckt. Zum Vergleich: In Deutschland waren es rund 58.000 Blüten.

          Hoffen auf Wirtschaftsschub

          Wie fast immer in Japan verbinden sich mit dem Vorgang Hoffnungen auf einen positiven Schub für die Wirtschaft. Japan ist ein Eldorado für Automatenhersteller. Fast an jeder Ecke werden Getränke in Automaten angeboten. Viele einfache Restaurants sparen Personal, indem Kunden an einer Maschine Essensbons kaufen und so den Zahlvorgang automatisieren. All diese Maschinen werden auf die neuen Banknoten umgerüstet werden müssen, was den Automatenhersteller einen Nachfrageschub bescheren wird. Nach einer Schätzung wird die Ausgabe der neuen Banknoten so das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Billionen Yen (rund 10 Milliarden Euro) anheben.

          Ein gewichtiger Effekt könnte sich ergeben, weil die Japaner weit mehr Bargeld nutzen und horten als in anderen Ländern üblich. Das ist wohl auch eine Folge der seit vielen Jahren sehr niedrigen Zinsen, die die Japaner dazu verführen, ihr Erspartes nicht in Banken, sondern unter der Matratze zu verwahren. Nicht auszuschließen ist, dass ein Teil dieser Bargeldreserven im Zuge der Umstellung auf die neuen Banknoten zum Konsum genutzt wird. Dieser Effekt würde aber frühestens 2024 eintreten, zu spät für die Regierung Abe.

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