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Export treibende Kraft : Südkoreas Wirtschaft erreicht Vor-Pandemieniveau

Geschäftiges Treiben im Einkaufsbezirk Myeongdong in Seoul: Südkorea ist bisher besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Länder. Bild: EPA

Die südkoreanische Wirtschaft ist im ersten Quartal um 1,6 Prozent gewachsen. Die Unternehmen investieren – doch steigende Infektionszahlen halten die Verbraucher vom Konsum ab.

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          Mit einem starken Wachstum am Jahresbeginn hat die Wirtschaft Südkoreas wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Zeitraum von Januar bis März um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Es lag nach den vorläufigen Angaben der Statistiker ein wenig höher als am Jahresschluss 2019, bevor das Coronavirus Südkorea in die Rezession gestürzt hatte.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Das Wachstum des exportabhängigen Lands im ersten Quartal war stärker als von Analysten erwartet und deutet darauf hin, dass sich die Weltwirtschaft beschleunigt. Treibende Kräfte waren die Investitionen der Unternehmen und der Export. Dieser legte im ersten Quartal um 1,9 Prozent zu, die Anlageinvestitionen um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Unternehmen investieren in weitere Kapazität, um die steigende Nachfrage in der sich erholenden Weltwirtschaft zu erfüllen. Dabei spielt das starke Wachstum in China eine große Rolle, dem wichtigsten Handelspartner.

          Finanzminister Hong Nam-ki, der derzeit auch als Ministerpräsident agiert, sagte am Dienstag, das Land könne in diesem Jahr ein Wachstum im mittleren bis höheren Bereich des 3-Prozent-Bands erreichen. Zuvor hatte die Regierung ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds rechnet für Südkorea schon mit 3,6 Prozent.

          Der Schwachpunkt der Wirtschaft ist derzeit der private Konsum, der mit einem Anstieg um 1,1 Prozent das Minus am Jahresende 2020 nicht wettmachen konnte. Südkorea erlebte um die Jahreswende die dritte und bisher stärkste Welle an Neuinfektionen. Aktuell steuert das Land auf die vierte Infektionswelle zu. Weniger als 5 Prozent der Bevölkerung sind bislang gegen das Virus geimpft und die Regierung plant erst für November mit einer Herdenimmunität.

          Pandemie besser im Griff als westliche Staaten

          Bislang hat Südkorea, das im Februar vor einem Jahr noch die zweitmeisten Infektionsfälle nach China hatte, die Corona-Pandemie weit besser in Griff bekommen als die meisten westlichen Staaten. Das Land verzichtete auf drakonische Lockdowns und ging gegen das Virus mit im Vergleich zu Deutschland moderaten Restriktion des öffentlichen Lebens vor, die in Abhängigkeit von der Zahl der Neuinfektionen verschärft oder gelockert wurden. Das Land weist wie die meisten asiatischen Staaten weit weniger Infektionsfälle und Covid-Tote auf. Zuletzt waren es fast 120.000 Infektionen und 1820 Todesfälle.

          Wie viele andere Länder stürzte die Pandemie Südkorea im vergangenen Jahr in eine Rezession. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte erstmals seit der Asienkrise 1997/98. Mit einem Minus von 1 Prozent kam das Land aber weit besser aus dem ersten Pandemiejahr als andere.

          Dazu trug bei, dass Südkorea mit seiner starken Elektronikindustrie auch von der Nachfrageverschiebung während der Pandemie profitierte. Mit der sozialen Distanzierung in vielen Ländern der Welt stieg die Nachfrage nach Fernsehern, aber auch nach Computern, um von zu Hause aus zu arbeiten. Das verschaffte unter anderem Samsung Electronics und SK Hynix, zwei Schwergewichten im Markt für elektronische Speicherbausteine, einen Nachfrageschub.

          Volkswirte erwarten nicht, dass diese Sonderkonjunktur schnell enden wird, auch wenn mit den zunehmenden Impfungen gegen Corona das Wirtschaftsleben in anderen Ländern der Welt sich im Jahresverlauf zunehmend normalisieren könnte.

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