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Junge in der Pandemie : Wie uns Corona fürs Leben prägt

Pandemie statt Party: Die Generation Corona wird nach Einschätzung der Wissenschaft risikoscheu und sparsam sein. Bild: Jana Mai

Wer jung ist in einer Krise, wird die Narben nie mehr los. Doch uns allen wird die Erfahrung der Pandemie noch lange nachhängen.

          7 Min.

          Lena Kah steckte mitten in den Abiturvorbereitungen, als die globale Gesundheitskrise über sie und alle anderen hereinbrach. Sie hatte noch wenige Wochen Unterricht vor sich an ihrem Dortmunder Gymnasium, nach den Osterferien wäre die Schule in NRW für den Abijahrgang zu Ende gewesen. Die schriftlichen Prüfungen hätte es kurz nach Ostern gegeben, dann die mündlichen und danach wäre die gute Zeit gekommen, die freie Zeit, die sie mit ihren Freunden hätte verbringen können, mit Feiern und mit Reisen, mit Zeugnisverleihung und mit dem Abiball. Hätte, wäre, Coronavirus.

          Maja Brankovic
          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Stattdessen begann, wie Lena Kah es nennt, die „Hängepartie“. Sie erinnert sich, wie Merkel damals zu ihrem Volk sprach und sagte: „Die Schulen bleiben zu“ und Laschet dann zu seinem Volk sprach und sagte: „Die Schulen bleiben offen“ und sie und ihre Mitschüler sich fragten: „Ja was denn nun?“ Wie sie und alle anderen erst nicht wussten, ob sie ihr Abitur überhaupt schreiben würden und wie die Prüfungen dann kurzfristig doch stattfanden, und sie kein gutes Gefühl bei der Sache hatte, wegen der Gefahr der Ansteckung, aber auch wegen des verpassten Stoffs. Sie erzählt, dass sie unter ihre Schulzeit keinen richtigen „Schlussstrich“ habe ziehen können. Sie spricht von einer verlorenen Zeit. „Es lässt einem keine Ruhe, wenn man nicht weiß, was in der Zukunft liegt“, sagt die 18-Jährige heute. Das Blöde ist: Dieses Gefühl wird ihr und ihrer Generation vermutlich noch Jahrzehnte erhalten bleiben.

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