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Saarland : Viele Ärzte bleiben der Impfung fern

Eine Mitarbeiterin einer Klinik bereitet Impfstoff gegen das Coronavirus vor. Bild: dpa

Im Saarland sollten am Wochenende 200 Ärzte geimpft werden – mehr als die Hälfte erschien nicht. Die saarländische Gesundheitsministerin kritisiert das Fernbleiben heftig. Es könnte sich aber um ein „organisatorisches Problem“ gehandelt haben.

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          Von 200 zur „Sonderimpfung im medizinischen Bereich“ eingeladenen Personen waren am Wochenende im Saarland mehr als die Hälfte nicht erschienen. Angeschrieben waren Mediziner, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind – etwa als Hausärzte, die Patienten im Altenheim aufsuchen. Oder als Fachärzte, die einen besonders engen Kontakt zu ihren Patienten haben. Sie sollten am Samstag ausschließlich mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmariesen immunisiert werden.

          Bernd Freytag
          (tag.), Wirtschaft

          Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) kritisierte das Fernbleiben am Montag im Landtag scharf. Alle Impfstoffe seien „zugelassen und gut“, das Impfen sei kein Wunschkonzert, sagte sie. Es sei angesichts der Impfstoffknappheit „nicht solidarisch“, wenn die Hälfte der zur Impfung Angemeldeten nicht erscheine. Sie hoffe, dass im Saarland bis Ende Juni rund eine halbe Million Impfdosen verabreicht werden könnten.

          Linken-Chef Oskar Lafontaine sagte im Landtag, er könne es „zumindest nachvollziehen, dass einige Menschen Bedenken haben“. Bachmann hatte betont, die Empfehlung, Patienten über 65 Jahre nicht mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca zu impfen, habe ausschließlich mit einer nicht ausreichend großen Datengrundlage zu tun.

          Die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im Saarland geht nach Informationen der „Saarbrücker-Zeitung“ davon aus, dass „überwiegend organisatorische Probleme“ für das Fernbleiben der Ärzte verantwortlich waren. Dadurch scheine die „Masse der Ausfälle“ entstanden zu sein. Angeblich sollen Mediziner keinen oder gar zwei Termine mitgeteilt bekommen haben. Nur ganz wenige Kollegen würden sich dem Impfstoff verweigern. Für Montagabend habe die KV eine Krisensitzung geplant, am Dienstag solle eine Klarstellung zur Wirksamkeit des Impfstoffs folgen.

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