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Arzneimittelbehörde : Entscheidung über Biontech-Impfstoff soll am 21. Dezember fallen

  • Aktualisiert am

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer Bild: dpa

Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema will die Prüfung des Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer deutlich beschleunigen. Demnach soll die Entscheidung möglichst schon am 21. Dezember fallen. Die EU-Kommission will die formale Genehmigung dann binnen Stunden erteilen.

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          Der Covid-19-Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines amerikanischen Partners Pfizer soll offenbar noch bis Weihnachten in Europa zugelassen werden. Das erfuhr die F.A.Z. aus Regierungskreisen.

          Die Europäische Arzneimittelagentur Ema, die den Impfstoff derzeit auf Wirksamkeit und Sicherheit prüft, will diese Prüfung „möglichst“ in deiner Sondersitzung am 21. Dezember abschließen. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Das würde es der dafür zuständigen EU-Kommission erlauben, das Vakzin spätestens am 23. Dezember zuzulassen. Die Brüsseler Behörde hat schon mehrfach zugesagt, die Genehmigung nach Vorlage des Ema-Testats in höchstens 24 Stunden zu vollziehen.

          Nach den Berliner Angaben könnte der Impfstart in Deutschland dann noch in diesem Jahr erfolgen. Im Gespräch sei der 26. Dezember 2020.

          Behörde steht unter großem Druck

          Die Ema stand zuletzt unter wachsendem Druck von EU-Regierungen, eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zu beschleunigen. Der Druck sei seit den Notfallzulassungen in Großbritannien und Amerika gewachsen, hatte die Nachrichtenagentur Reuters am Montag von mehreren Insidern erfahren. Die Ema hatte bislang nur angekündigt, dass sie bis spätestens 29. Dezember eine Entscheidung treffen wolle. In Großbritannien und den Vereinigten Staaten wird der Impfstoff dagegen schon verabreicht. Das hatte in der EU eine Debatte ausgelöst, warum ein in Deutschland entwickelter Impfstoff erst so spät eingesetzt wird.

          Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spürte den wachsenden Druck und änderte zuletzt seine Haltung. Bisher hatte er die von allen EU-Staaten unterstützte Linie vertreten: dass es nämlich besser sei, wenn die Ema gründlicher prüfe als die britische und die amerikanische Behörde. Seit dem Wochenende hörte sich das anders an. Unter Bezug auf die britische und die amerikanische Genehmigung twitterte Spahn, dass „alle nötigen Daten“ zum Biontech-Impfstoff vorlägen. Diese müssten „schnellstmöglich“ durch die Ema geprüft werden.

          Biontech und Pfizer hatten vor zwei Wochen bei der Ema einen Antrag auf eine bedingte Marktzulassung ihres Covid-19-Impfstoffs eingereicht. Das Vakzin wird derzeit als eines der vielversprechendsten Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie gesehen. Rund um die Welt sind inzwischen mehr als 1,6 Millionen Menschen an oder mit dem Virus gestorben. 

          Anmerkung der Redaktion

          In früheren Fassungen dieses Textes hatten wir geschrieben, die EMA werde ihre Prüfung vom 29.12. auf den 22. Dezember vorziehen. Inzwischen ist klar, dass die abschließende Sitzung sogar schon am 21. Dezember stattfinden soll.

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