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Schanghai kämpft gegen Corona : „Pandemiesünder“ am Pranger und Wohnviertel im Lockdown

Polizei und Menschen in Schutzanzügen sind im Einsatz in abgesperrten Wohnvierteln in Schanghai am 14. März 2022, nachdem dort Corona-Infektionsfälle festgestellt wurden. Bild: AFP

Zwei Jahre nach dem Virusausbruch in Wuhan dürfen die Menschen wieder ihre Häuser nicht verlassen. Die Kritik an Pekings rabiater Pandemiebekämpfung mit der Null-Covid-Politik wächst.

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          Zuweilen hilft es, einen Schritt zurückzutreten, um den Überblick zu behalten. Niemals werde in Schanghai ein Lockdown verhängt, so wie in anderen chinesischen Städten geschehen, war der besorgten Mutter am Sonntag noch am Telefon beschieden worden. Für die ehrgeizige Lokalregierung des selbst ernannten Weltfinanzzentrums sei eine Rückkehr zum primitivsten aller Pandemiebekämpfungsmittel gut zwei Jahre nach Ausbruch des Coronavirus in Wuhan ein Gesichtsverlust, der die noch verbliebenen Ausländer endgültig aus Chinas multikulturellster Stadt treiben werde. „Das ist denen doch egal“, hatte die Antwort aus Hamburg gelautet, und sie sollte sich bewahrheiten.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Am frühen Morgen des Mittwoch waren vor den Toren der Wohnanlagen in etlichen Vierteln der Stadt oft schwarz gekleidete Wachposten aufgezogen. Im Stadtbezirk Jing’an hatten Bewohner bereits am Vortag berichtet, nicht mehr ins Freie zu dürfen. Das Büro der F.A.Z. war von Sonntag an nicht mehr erreichbar gewesen. Nun sollte es auch die meisten Einwohner in Xuhui erwischen, die sich lange Zeit eingebildet hatten, verschont zu bleiben vom Lockdown, weil in dem Viertel neben vielen Konsulaten fremder Länder wie Deutschland auch einiges an chinesischer Politprominenz zu Hause ist wie der ehemalige Staatspräsident Jiang Zemin.

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