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Chinas Mittelstand : Wer sind eigentlich diese 100 Millionen?

Sie reisen nach Paris, kaufen sich Stadtappartements und essen Lachs für 24 Euro pro Kilo: Bei Chinas Mittelständler steigt der Wohlstand. Bild: Horst Friedrichs / Anzenberger

Den einen gelten sie als Stütze des kommunistischen Regimes, den anderen als dessen größte Bedrohung: Chinas Mittelschicht blickt zurück auf eine sagenhafte Wohlstandsgeschichte. Was sind das für Menschen?

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          Auf dem Gelände, auf dem die Schanghaier Familie Tao in ihrer Hochhauswohnung sitzt und den Wocheneinkauf per Smartphone tätigt, stand bis Ende der neunziger Jahre eine Glühbirnenfabrik. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Leuchtmittel Chinas hier produziert, damals unter der Regie des amerikanischen Konzerns General Electric. Nachdem die Kommunisten 1949 die Macht im Land übernommen hatten, wurde der Betrieb am Schanghaier Suzhou-Fluss verstaatlicht. 1982, das Jahr, in dem Tao Liang geboren wurde, lag das Monatseinkommen eines Arbeiters in der Fabrik bei 66,5 Yuan. Das sind 8,70 Euro nach heutigem Umrechnungskurs.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Es ist ein Betrag, den Tao Liang in der Einkaufsapp des Schanghaier Lebensmittelmarkts City Super für ein Steak ausgibt. 250 Gramm Rindfleisch von den saftigen Weiden Australiens – hinein in den Korb. Norwegischer Lachs für 24 Euro das Kilo: Klick und ab zum Bezahlvorgang. Bei den Taos ist das Abendessen gesichert.

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