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Brüssels Kampf gegen Plastik : Das wirkliche Problem liegt in Asien

Spielen im Müll: Die Philippinen zählen zu den drei Hauptverursachern der Plastikverschmutzung. Bild: Getty

Um die Meere sauberer zu machen, will die Europäische Kommission Einweg-Plastik verbieten. Nur: Kann dieser Plan aufgehen, wenn in Asien Müll achtlos weggeworfen wird?

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          Europa prescht im Kampf gegen die schwimmenden Mülldeponien auf dem Meer vor: Die Kommission in Brüssel will eine Reihe von Einweg-Plastikprodukten verbieten. Bei anderen Produkten soll die Nutzung eingeschränkt oder zumindest die Wiederverwertung gestärkt werden. Der Blick über den Kontinent hinaus zeigt allerdings, dass nur ein Bruchteil des Mülls in den Ozeanen aus Europa stammt. Die Länder, die den meisten Plastikmüll im Meer verursachen, haben nicht einmal funktionierende Entsorgungssysteme. EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans, der die Pläne am Montag in Brüssel präsentierte, sagte zu dieser Problematik: „Europa mag nicht den größten Beitrag zur Verschmutzung der Weltmeere leisten, aber wir können den größten Beitrag zur Lösung des Problems leisten.“ Die Mitgliedstaaten und das Europaparlament müssen die Pläne noch annehmen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Konkret will die Kommission die Nutzung von Plastik-Einwegprodukten verbieten für die es Alternativen gibt: Das sind neben Wattestäben und Luftballonstangen Plastikgeschirr, Cocktail-Rührstäbe und Strohhalme. Kunststoffhaltige Einweggetränkebehälter sollen erlaubt bleiben – allerdings nur, wenn Deckel und Verschlüsse fest angebracht sind. Die Hersteller von Chips- und Süßigkeitentüten sollen sich an den Kosten für die Abfallentsorgung, das Einsammeln des Mülls in der Natur und Aufklärungskampagnen beteiligen. Die EU-Staaten sollen bei Einweggetränkeflaschen bis 2025 eine Sammelquote von 90 Prozent erreichen.

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