https://www.faz.net/-gqe-9bn4z

Europas größter Flughafen : Britisches Parlament stimmt für Heathrow-Ausbau

  • Aktualisiert am

Heathrow London ist Europas größter Flughafen. Nun soll er weiter ausgebaut werden. Bild: AP

Europas größter Flughafen soll weiter wachsen. Der prominenteste Gegner einer dritten Startbahn ist bei der Abstimmung nicht dabei. Doch auch so geht es im und vor dem Parlament hoch her.

          Das britische Parlament hat am Montag mit klarer Mehrheit für den Ausbau des Flughafens Heathrow gestimmt. Die Pläne sehen eine dritte Startbahn für den größten Airport Europas vor und dürften Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe verursachen. Der Abstimmung ging eine hitzige Debatte voraus, in der sich auch etliche Mitglieder der konservativen Regierungsfraktion gegen die Pläne des Kabinetts stellten. Letztlich stimmten 415 Parlamentarier für den Ausbau und 119 dagegen.

          Für Aufregung sorgten ein Dutzend Demonstranten, die sich in der zentralen Lobby des Parlaments aus Protest gegen die Erweiterung auf den Boden gelegt hatten. Der Ausbau des Airports ist seit Jahrzehnten heftig umstritten. Kritiker fürchten vor allem schädliche Folgen für Umwelt und Gesundheit, wenn dort künftig rund 700 Flugzeuge zusätzlich pro Tag starten und landen. Zudem müssten einer dritten Startbahn Hunderte Wohnhäuser weichen.

          Der ehemalige Londoner Bürgermeister und jetzige Außenminister Boris Johnson gilt als vehementer Gegner des Projekts. Er hatte einst angekündigt, er wolle sich „vor die Bulldozer legen“, sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Da er am Montag eine Auslandsreise nach Afghanistan antrat, musste sich Johnson in der Abstimmung nicht gegen die eigene Regierungschefin stellen.

          Die ersten Flieger sollen von der neuen Startbahn möglicherweise schon 2025 abheben. Die Kosten für den Ausbau sollen über private Mittel getragen werden. Medienberichten zufolge wird mit rund 14 Milliarden Britischen Pfund (20,6 Mrd. Euro) für die neue Startbahn gerechnet. Dafür erhofft sich die Regierung Zehntausende neue Jobs und einen langfristigen wirtschaftlichen Schub von etwa 74 Milliarden Pfund.

          Weitere Themen

          Untersuchung von Tech-Konzernen angekündigt Video-Seite öffnen

          Amerikanische Justiz : Untersuchung von Tech-Konzernen angekündigt

          Die amerikanische Regierung kündigte Untersuchungen in die Wettbewerbspraktiken einiger großer Technologie-Unternehmen an. Sollten Gesetzesverstöße festgestellt werden, werde man "entsprechend handeln", hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Justizministeriums in Washington.

          Topmeldungen

          Der radikale Konzernumbau der Deutschen Bank führt zu Milliardenverlusten im zweiten Quartal 2019.

          In drei Monaten : Die Deutsche Bank macht 3,1 Milliarden Euro Verlust

          Das größte und wichtigste deutsche Kreditinstitut will und muss sich radikal verändern. Die Belastungen durch den Umbau des Konzerns führen zu tiefroten Zahlen. Besonders betroffen ist die einst bedeutendste und berüchtigtste Sparte des Unternehmens.

          Anhörung von Robert Mueller : Der unfreiwillige Zeuge

          Ende März präsentierte Sonderermittler Robert Mueller seinen Bericht zur möglichen Wahlkampf-Affäre Trumps aus dem Jahr 2016. Jetzt muss er dazu im Kongress aussagen. Donald Trump spielt den Termin herunter, als sei es eine reine Formalität.
          Donald Trump gratuliert am Dienstagabend dem neuen amerikanischen Verteidigungsminister Mark Esper.

          Amerikas Verteidigungsminister : Ein Mann der Truppe

          Mark Esper ist mit überwältigender Mehrheit im Amt des amerikanischen Verteidigungsministers bestätigt worden. Die Gegenstimmen kamen im Senat vor allem von demokratischen Wahlkämpfern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.