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Boeing-Abstürze : Blackbox-Daten ähneln sich

  • Aktualisiert am

Die Blackbox der verunglückten Ethiopian-Airlines-Maschine. Bild: Reuters

Dass die beiden Abstürze der Boeing-Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX 8 in einem Zusammenhang stehen, wird wahrscheinlicher: Die Flugschreiber-Daten der beiden Flugzeuge ähneln sich offenbar. Und der Zeitplan für die Überarbeitung der in Verruf geratenen Software soll angeblich stehen.

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          Zwischen den Flugschreiber-Daten der am vergangenen Sonntag abgestürzten Ethiopian-Airlines-Maschine und denen des im vergangenen Oktober verunglückten indonesischen Lion-Air-Passagierflugzeugs gibt es einer ersten Auswertung  zufolge deutliche Ähnlichkeiten. Diese würden noch näher untersucht, sagte die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Mogesam am Sonntag und kündigte zugleich die Veröffentlichung eines vorläufigen Untersuchungsberichts „in 30 Tagen“ an. Die Flugschreiber seien in gutem Zustand und hätten die Auswertung „von fast allen erfassten Daten“ ermöglicht.

          Äthiopien hatte bei der Untersuchung der Flugschreiber um Unterstützung gebeten. Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache wohl entscheidend sein werden. Die Auswertung hatte am Freitag am Stadtrand von Paris begonnen.

          Die Maschine vom Typ Boeing 737 MAX 8 war am vergangenen Sonntag nur wenige Minuten nach dem Star verunglückt. Es gab keine Überlebenden. Weil es bereits der zweite Crash des gleichen Flugzeugtyps innerhalb von fünf Monaten war, erließen Luftfahrtbehörden rund um die Welt bis zur Klärung der Unglücksursache eine Flugverbot für die Boeing 737-Max-Reihe. Die rund 370 seit 2017 ausgelieferten Flugzeuge müssen daher am Boden bleiben.

          Nachbesserung bis März

          Für Boeing sind die Zweifel an dem Kassenschlager – der amerikanische Konzern hat noch fast 5000 offene Bestellungen für die Flugzeugreihe – ein ernsthaftes Problem. Der Aktienkurs fiel vergangene Woche drastisch.

          Der Konzern will die Modernisierung einer möglicherweise fehlerhafte Software an Bord des betroffenen Flugzeugtyps derweil noch im März abschließen. Am Freitag hieß es in Branchenkreisen, dass dann die Installation der veränderten Software für das sogenannte Trimmsystem MCAS nur zwei Stunden dauern solle. Die Überarbeitung der Software hatte den Angaben zufolge bereits vor dem jüngsten Unglück begonnen.

          MCAS ist in den Verdacht geraten, für den Absturz der beiden Boeing 737 MAX in Äthiopien und Indonesien verantwortlich zu sein. MCAS soll verhindern, dass der Schub der Triebwerke im Steigflug derart stark wird, dass sich die Maschine nicht mehr gerade ausrichten lässt. Beide Unglücksmaschinen waren nach dem Start mit äußerst unregelmäßiger Flugkurve und -geschwindigkeit aufgestiegen, sanken anschließend unkontrolliert ab und schlugen steil auf dem Boden auf.

          Eine Woche nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien gedachten derweil Tausende Menschen mit einem Trauergottesdienst der 157 Todesopfer. Im Rahmen der Zeremonie am Sonntag wurden 17 leere Särge in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in der Hauptstadt Addis Abeba beigesetzt. Jeder Sarg, eingehüllt in die Flagge des ostafrikanischen Landes, stand symbolisch für eines der äthiopischen Opfer. Bei dem Absturz der Maschine der Ethiopian Airlines waren Menschen aus mehr als 30 Ländern ums Leben gekommen, darunter auch fünf Deutsche.

          Die Identifikation der sterblichen Überreste werde bis zu sechs Monate dauern, erklärte Verkehrsministerin Dagmawit Moges. Die Behörden hätten DNA-Proben von den Angehörigen eingesammelt. Mit diesen würde ein internationales Expertenteam nun an der Identifikation arbeiten, sagte sie am Samstag vor Journalisten. Unter anderem wegen der Wucht des Aufpralls gilt eine Identifikation der sterblichen Überreste als extrem schwierig.

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