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Schiffbau : Berlin will Werften vor China schützen

Blick in die Dockhalle einer Werft in Wismar Bild: dpa

Die Bundesregierung setzt auf klimaschonenden Schiffbau. Aus Deutschland müsse das erste Nullemissions-Kreuzfahrtschiff kommen, sagt Wirtschaftsminister Altmaier.

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          Nach der Energiewende und der Förderung der Elektromobilität will die Bundesregierung auch beim Schiffbau und in der maritimen Wirtschaft Deutschlands grüner werden. Die Branche müsse „nachhaltiger und digitaler“ werden, sagte Kanzlerin Merkel am Montag im Grußwort zur 12. Nationalen Maritimen Konferenz. „Mit den deutschen und europäischen Kompetenzen im Schiffbau haben wir die Chance, Europa zum Leitmarkt für klimaschonende, ressourcen- und kostensparende Technologien zu machen“, sagte sie. Wirtschaftsminister Altmaier forderte, noch vor 2030 ein emissionsfreies Schiff vom Stapel laufen zu lassen: „Aus Deutschland soll das erste Nullemissions-Kreuzfahrtschiff kommen.“ Die maritime Wirtschaft setzt jährlich rund 50 Milliarden Euro um und gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Deutschlands. Vor allem Konkurrenz aus Südkorea und China setzt den deutschen Schiffbau seit Jahren unter Druck.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Altmaier warnte vor dieser immer härter werdenden internationalen Konkurrenz, wies dabei aber auch auf die Chancen für die deutschen Unternehmen hin: „Die USA fordern von der Seeschifffahrt null Emissionen 2050.“ Auch maritime Industrieländer wie Japan oder Südkorea hätten sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt. Es werde in den nächsten Jahren einen breiten Wettbewerb um die besten Antriebe geben. „Diesen Wettbewerb wollen wir gewinnen“, sagte der Minister. Vertreter der IG Metall hatten vor der Konferenz darauf hingewiesen, dass auf deutschen Werften fast 6000 Arbeitsplätze bedroht seien. Der Bund dürfe nur Unternehmen unterstützen, die Arbeitsplätze in Deutschland sichern, forderte unter anderem der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich.

          Landstromversorgung für Kreuzfahrtschiffe eingeweiht

          Altmaier sicherte zu, dass die Politik die Branche vor unfairem Wettbewerb etwa gegen China schützen werde, wo der Staat sehr viel direkter helfe. Es gebe außerhalb Europas Länder, die in sehr eindeutiger Form versuchten, Teile des zivilen Schiffbaus zu monopolisieren oder zu dominieren, sagte er. Deshalb wolle er das Thema im Juli beim G-20-Handelsministertreffen ansprechen. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), setzte das Ziel einer CO2-freien Ostsee. Am Montag wurde zu Beginn des Treffens die größte Landstromanlage Europas im Hafen Rostock-Warnemünde eingeweiht. Damit sollen dort liegende Schiffe mit Strom etwa aus Windenergie versorgt werden. Bislang ist es etwa für Hochseeschiffe in Hamburg oder Bremen wirtschaftlicher, ihren Strom selbst zu erzeugen. Dabei wird aber meist Diesel oder das noch umweltschädlichere Schweröl eingesetzt, was auch die Luft in den Hafenstädten belastet.

          Peter Altmaier in Rostock
          Peter Altmaier in Rostock : Bild: dpa

          Der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, hatte vor Beginn der Konferenz dazu aufgerufen, die Krise auch als Chance zu begreifen. Die Regierung habe sich das Ziel gesetzt, die Schifffahrt als vergleichsweise umweltverträgliches Verkehrsmittel zu modernisieren und zu digitalisieren. Dafür wird eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt.

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