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„Fatale Auswirkungen“ : Deutsche Industrie warnt vor neuen Einschränkungen

Sindelfingen: Ein Mitarbeiter der Daimler AG hat in der Produktion der S-Klasse einen Mundschutz an. Bild: dpa

Der Hauptgeschäftsführer des BDI fürchtet die Folgen eines zweiten Lockdowns. Ifo-Präsident Fuest sieht das anders.

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          Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) warnt die Politik davor, dass öffentliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland wegen der steigenden Corona-Fallzahlen erneut herunterzufahren. „Ein zweiter Lockdown hätte für die sich langsam wieder erholende deutsche Wirtschaft fatale Auswirkungen“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          „Die Wirtschaft muss davon ausgehen können, dass ein flächendeckender Lockdown ausgeschlossen werden kann.“ Für das kommende Jahr fehlten schon jetzt wichtige Auftragseingänge. Darunter leide die stark exportabhängige deutsche Industrie besonders. „Planungssicherheit und Vertrauen sind unerlässlich für Unternehmen wie Beschäftigte.“ Nachdem der Staat mit verschiedenen Hilfsprogrammen „eindrucksvoll“ seine Handlungsfähigkeit gezeigt habe, müsse es jetzt darum gehen, „die Resilienz der Wirtschaft mit gezielten Maßnahmen zu stärken und gleichzeitig den weiteren Umgang mit der Pandemie planvoll zu gestalten.“

          Ifo-Präsident: Besser jetzt bremsen, als zu spät

          Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sagte der F.A.Z. dagegen, es müsse jetzt auch aus wirtschaftlicher Sicht die erste Priorität sein, die Infektionen einzudämmen. „Nicht die Maßnahmen der Politik sind entscheidend für die wirtschaftlichen Schäden, sondern die Infektionen“, sagte der Ökonom. Die Vorstellung, man könne die Infektionen einfach hochlaufen lassen und die Wirtschaft laufe weiter, sei falsch.

          Darum sei es besser jetzt zu bremsen, als zu spät. Welche Maßnahmen genau ergriffen werden sollten, sei eine Frage, die Mediziner am besten beantworten können. Auch Fuest betonte, dass dabei darauf geachtet werden müsse, weiter möglichst viel gesellschaftliches Leben zu ermöglichen und nicht einfach Verbote zu erlassen. Auf die Frage, ob sich der deutsche Staat ein zweites Herunterfahren finanziell überhaupt leisten könne, sagte Fuest: „Die Frage ist doch: Können wir uns eine lange Infektionswelle leisten? Ich würde sagen nein.“

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