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Autor Alexander Schimmelbusch : „Ich fühlte mich wie ein ausgestiegener Sektenanhänger“

  • -Aktualisiert am

„Die erste Zeit empfand ich wie im Arbeitslager“: So schildert Alexander Schimmelbusch seine Anfänge in der Investmentbank. Bild: Frank Röth

24 Stunden im Büro, Schlafen am Pool und Arbeit, die man lieben muss: Autor Alexander Schimmelbusch über wilde Jahre als Investmentbanker, sein Leben danach – und Populisten in Deutschland.

          5 Min.

          Herr Schimmelbusch, muss man Investmentbanker gewesen sein, um einen Roman über Investmentbanker zu schreiben?

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wenn ein Schriftsteller eine Figur aus einer spezifischen Berufswelt entwirft, ist es grundsätzlich hilfreich, deren Abläufe zu kennen. Ich würde nie ein Buch über einen Unfallchirurgen schreiben, weil ich keine Ahnung von der Notaufnahme habe.

          Wie kamen Sie selbst zum Investmentbanking?

          Ich war jung und brauchte das Geld. Ich habe an der Georgetown University in Washington VWL und Germanistik studiert, zu einer Zeit, in der die Investmentbanken dort sehr aggressiv rekrutiert haben. Mein Abschluss 1998 fiel in eine absolute Boom-Phase der Branche, und wie afrikanische Rebellentruppen, die Kindersoldaten akquirieren, haben Investmentbanken damals an den einschlägigen Ostküstenuniversitäten rekrutiert. In diesen Jahren hat die Finanzindustrie mehr als die Hälfte von deren Absolventen angeworben, nicht nur der Wirtschaftsfakultäten, sondern aller Studiengänge. Manche Menschen wissen früh, was ihr Traumberuf ist. Ich hatte mit 22 Jahren keine Ahnung, was ich machen wollte. Mir fiel jedenfalls nichts ein, was ernsthaft gegen Investmentbanking gesprochen hätte.

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