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Erkenntnis aus Ministerium : Leiharbeiter leiden häufiger an Depressionen

  • Aktualisiert am

Viele freie Stellen werden mit Leiharbeitnehmern besetzt. Bild: dpa

Leiharbeitnehmer und befristet Beschäftigte leiden häufiger an psychischen Problemen als andere Menschen. Zu diesem Schluss kommt die Bundesregierung.

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          Leiharbeitnehmer und befristet Beschäftigte leiden häufiger als regulär Beschäftigte an psychischen Erkrankungen wie Burn-Out oder Depressionen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, aus der die Zeitung „Rheinische Post“ zitiert.

          „Personen in atypischen Beschäftigungsformen weisen einen schlechteren psychischen Gesundheitszustand auf als Normalbeschäftigte“, heißt es demnach in der Antwort des Arbeitsministeriums. Dabei sei die Art des Beschäftigungsverhältnisses offenbar ein ursächlicher Faktor: „Längsschnittstudien verweisen darauf, dass es sich um kausale Zusammenhänge handeln könnte.“

          Vor allem Leiharbeitnehmer sind demnach „häufiger von Beeinträchtigungen der allgemeinen Gesundheit, von ,Burnout´ sowie Depressionen betroffen“. Aber auch befristet Beschäftigte wiesen eine geringere Arbeits- und Lebenszufriedenheit als unbefristet Beschäftigte auf.

          „Leiharbeit drückt auf die Seele“

          „Unsicherheit, Dumpinglöhne und viel Stress: Prekäre Beschäftigung macht krank, vor allem Leiharbeit drückt vielen auf die Seele“, sagte Linken-Politikerin Jutta Krellmann der Zeitung. Die beste Medizin dagegen seien gute Arbeitsbedingungen, Tariflöhne und unbefristete Arbeit für alle.

          Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland oder fast acht Millionen arbeiten heute in einer so genannten atypischen Beschäftigungsform. Dazu gehören fast eine Million Leiharbeitnehmer, 4,5 Millionen Teilzeitbeschäftigte und 2,5 Millionen befristet Beschäftigte.

          Das Ministerium beruft sich in seiner Antwort auf mehrere wissenschaftliche Studien, denen Langzeitbefragungen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zugrunde liegen.

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