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F.A.Z. exklusiv : Arbeitgeber nennen Rentenpläne teuer, ungerecht und kurzsichtig

Hubertus Heil auf einer Pressekonferenz in Berlin zum Entwurf seines Renkonzepts Bild: dpa

Bundesarbeitsminister Heil möchte das Rentenniveau halten und die Mütterrente aufstocken. Doch das Rentenpaket stößt auf scharfe Kritik. Eine Studie zeigt: Mit Heils Konzept müssten die Steuern erhöht werden.

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          Die Arbeitgeber wehren sich gegen die Rentenpläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Weder die „Haltelinie“ zur Stabilisierung des Rentenniveaus noch die Verbesserungen bei Mütter- und Erwerbsminderungsrenten finden ihren Zuspruch. „Die vorgelegten Rentenpläne sind teuer, ungerecht und kurzsichtig“, heißt es in der Stellungnahme der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zu Heils Gesetzentwurf nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstagsausgabe).

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Allein bis 2030 würden die Leistungsausweitungen rund 75 Milliarden Euro zusätzlich kosten. „Davon werden rund 65 Milliarden Euro die Beitragszahler schultern müssen. Das ist eine schwere Hypothek für die junge Generation und für Wachstum und Beschäftigung“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der F.A.Z. am Mittwoch. Die Bedenken gegen Heils Rentenpaket bestätigt eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH), Halle. Danach muss der Steuerzuschuss des Bundes zur Rente wegen der geplanten Leistungsausweitungen bald deutlich stärker steigen als bisher angekündigt.

          „Wird das Rentenniveau bei 48 Prozent fixiert und darüber hinaus die Mütterrente aufgestockt, die Gleitzone für Geringverdiener ausgeweitet und Verbesserungen für Erwerbsgeminderte eingeführt, lägen die Bundeszuschüsse an die allgemeine Rentenversicherung 2025 bei ungefähr 95 Milliarden Euro und 2030 bei knapp 160 Milliarden Euro“, heißt es in der IWH-Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die der F.A.Z. vorliegt. Sollten diese zusätzlichen Mittel über die Umsatzsteuer hereinkommen, müsste diese von heute 19 auf 21,4 Prozent 2030 und auf 26,3 Prozent 2040 steigen. 

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