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Amerikas neue Finanzministerin : Die fast perfekte Janet Yellen

Janet Yellen, 74, war Chefökonomin des Weißen Hauses, Vorsitzende der Federal Reserve und wird jetzt Finanzministerin im Kabinett von Joe Biden. Bild: LEXEY SWALL/The New York Times/R

Janet Yellen war Chefökonomin des Weißen Hauses, Fed-Vorsitzende und wird als Finanzministerin in Joe Bidens Kabinett sitzen. Sie hat Herz, ist klug, erfahren und auch noch eine Frau. Wie gemacht für ihr neues Amt.

          6 Min.

          Am Silvesterabend veröffentlichte Amerikas „Office of Government Ethics“ die aktualisierten Angaben zur Vermögens- und Einkommenslage der ehemaligen Zentralbankchefin und designierten Finanzministerin Janet Yellen. Wie sich herausstellte, hat Yellen in den vergangenen zwei Jahren 7,2 Millionen Dollar von Wall-Street-Banken, Hedgefonds und großen Unternehmen kassiert. Das ist nicht ungewöhnlich für pensionierte Zentralbanker, weshalb man sogar einen Erfolg der Geschlechteremanzipation hineindeuten könnte. Es bleibt aber generell umstritten, weil man als Bürger lieber nicht mit dem Verdacht schlafen geht, Zentralbanker verschonen Banken regulativ, weil sie auf lukrative Rede-Engagements im Ruhestand schielen. Wall-Street-Gegner in der Demokratischen Partei sind entsprechend aufgebracht, wenn auch in opportuner Diskretion, die in der aktuellen politischen Lage erforderlich ist.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Als die Zeitung „Politico“ am Neujahrstag die Meldung zutage förderte, löste sie nur ein Stirnrunzeln aus. Das Timing der Veröffentlichung dürfte ihre Wirkung gedämpft haben. Doch dazu kommt, dass die knappen politischen Mehrheitsverhältnisse von Linken eine Konsensdisziplin verlangen, die sie sich in anderen Zeiten verkniffen hätten.

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