https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/alfons-schuhbeck-meldet-insolvenz-an-das-naechste-corona-opfer-17443972.html

„Das nächste Corona-Opfer“ : Starkoch Schuhbeck meldet Insolvenz an

  • Aktualisiert am

Promi-Koch Alfons Schuhbeck 2013 beim Biathlon-Massenstart der Frauen in Ruhpolding Bild: dpa

Er ist einer der bekanntesten Köche Deutschlands, macht das Essen für die Profis des FC Bayern München. Nun meldet Alfons Schuhbeck für seine Betriebe Insolvenz an. Er fühlt sich von der Politik alleingelassen.

          1 Min.

          Der Münchner Starkoch Alfons Schuhbeck (72) hat nach eigenen Angaben Insolvenz angemeldet. „Nachdem die vollmundig angekündigten Staatshilfen bei mir bis heute ausgeblieben sind, muss ich für meine Betriebe Insolvenz anmelden“, sagte Schuhbeck laut Mitteilung vom Sonntag, die überschrieben ist mit „Das nächste Corona-Opfer“. „Das ist ein wirklich schwerer Schritt, aber mir bleibt nichts anderes übrig.“

          Von der Insolvenz, die er beim Amtsgericht München angemeldet habe, sind der Mitteilung zufolge seine Restaurants am Platzl in der Münchner Innenstadt betroffen und auch sein Partyservice. Bis zuletzt habe Schuhbeck auf die staatlichen Finanzhilfen gehofft und private Gelder in sein Unternehmen gesteckt. „Doch jetzt ist Schluss“, heißt es in der Mitteilung.

          „Ich werde schon einen Neustart für mich hinbekommen, aber meine rund 50 Mitarbeiter trifft das richtig hart“, sagte Schuhbeck. Laut Mitteilung hofft er, seinen Gewürzhandel und sein Beratungsgeschäft retten zu können: „Ich will weitermachen, und vielleicht ist die Insolvenz sogar eine Chance, aus der wir schnell wieder rauskommen.“

          Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Den Angaben der Zeitung zufolge wurde am 14. Juli ein Insolvenzberater bestellt.

          Schuhbeck ist einer der bekanntesten Köche und Gastronomen der Republik. Er hat schon die Beatles und Charlie Chaplin bekocht, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Queen – und immer wieder auch den FC Bayern München.

          Sein Name ist eine Marke. Schuhbeck betreibt ein regelrechtes Gastro-Imperium, zu dem unter anderem drei Restaurants, ein Eissalon und Gewürzläden gehören. Mit seinem Cateringservice beliefert er Großveranstaltungen und Promi-Events.

          Er wird auch „Platzl-Hirsch“ genannt, weil er am Münchner Platzl, wo auch das Hofbräuhaus steht, so viele Restaurants und Geschäfte hat.

          Vor mehr als zwei Jahren wurden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Schuhbeck bekannt, in deren Zusammenhang auch seine Geschäftsräume untersucht wurden. „Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe zu entkräften“, sagte der Koch damals. Er stehe „den Behörden in allen Fragen Rede und Antwort“.

          Die Untersuchungen betreffen nach Angaben Schuhbecks von damals ausschließlich die Münchner-Gastronomiebetriebe am Platzl in der Innenstadt, nicht die sonstigen Unternehmen von Schuhbeck, wie Ladengeschäfte, Party-Service oder die diversen Schuhbeck-Marken.

          Weitere Themen

          RWE will bis 2030 aus Kohle aussteigen

          Neue Vereinbarung : RWE will bis 2030 aus Kohle aussteigen

          RWE beschleunigt den Ausstieg aus der Kohle. Auf Basis einer neuen Vereinbarung soll die Kohleverstromung 2030 enden. Dafür bleiben zwei Kraftwerksblöcke, die Ende des Jahres stillgelegt werden sollten, bis 2024 am Netz.

          Topmeldungen

          Geldscheine als Altpapier: Das Foto stammt vom 15. November 1923.

          Inflation : Zeugnis einer Katastrophe

          Die Inflation von 1923 schuf Not und Elend und unterminierte das Vertrauen vieler Menschen in die Weimarer Republik. Auf FAZ.NET machen wir nun 100 Jahre alte Artikel aus der alten Frankfurter Zeitung zugänglich. Sie zeigen und analysieren, was damals geschah.
          Baustelle eines neuen Erdgas-Heizkraftwerks der Stadtwerke Leipzig.

          Stadtwerke in Not : „Es ist verdammt ernst“

          Notkredite und Zehntausende von Kunden, die nicht mehr beliefert werden: Die Krise der Stadtwerke spitzt sich zu. Kommunen warnen vor Insolvenzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.