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Nike, H&M, Inditex & Co. : Aktivisten werfen Modemarken Lohn-Diebstahl vor

Näherinnen in der Textilfabrik „One Composite Mills" in Gazipur, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch. Bild: dpa

Die Textilarbeiter leiden. Während Corona haben ihre Arbeitgeber sie im Stich gelassen. Nun rücken die Modemarken ins Visier. Sie sind längst wieder profitabel.

          3 Min.

          Die Textilarbeiter und ihre Unterstützer machen mobil gegen die auf der ganzen Welt bekannten Hersteller. Denn manche von ihnen haben während der Corona-Krise die Löhne nicht bezahlt, Aufträge verfallen lassen und Arbeiter herausgeworfen, kritisiert ein breites Bündnis: Die von 230 Organisationen und Gewerkschaften getragene Clean Clothes Campaign (CCC) berechnet, dass den Arbeitern in sieben großen Texilländern Asiens schon nach 13 Monaten Pandemie fast 12 Milliarden Dollar an zugesagtem Einkommen fehlten. Gut 1,6 Millionen Arbeiter hätten seit Ausbruch von Corona in diesen sieben Ländern ihre Stelle verloren, viele ohne Abfindung.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Gegen solches Verhalten geht die Asia Floor Wage Alliance (AFWA) nun rechtlich vor: Sie führt Rechtsbeschwerde gegen große Textilketten, denn sie verweigerten die Übernahme von Verantwortung für ihre Zulieferer in Ländern wie Indien oder Indonesien, obwohl diese durch Exklusivverträge praktisch zu ihnen zählten: Die Marken übten „totale wirtschaftliche Kontrolle über Lebensunterhalt, Fähigkeiten und weitere Beschäftigung der Arbeiter“ aus.

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